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Full text: Gedenk- und Erinnerungsorte der "Köpenicker Blutwoche" (21.-26. Juni 1933) (Rights reserved)

GEDENKSTÄTTE KÖPENICKER BLUTWOCHE 11 10 5 1 8 7 6 9 2 3 4 14 15 13 12 Einleitung S. 2 1 Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche S. 4 2 Ehemaliges SA-Sturmlokal „Gerichts-Klause“ S. 5 3 Denkmal für die Opfer der „Köpenicker Blutwoche“ S. 6 4 Pfarrhaus der Schlosskirchengemeinde Köpenick S. 7 Die Siedlung Elsengrund S. 8 5 Wohnhaus von Johannes Stelling S. 9 6 Wohnhaus von Paul von Essen S. 10 7 Gedenkort am Essenplatz S. 11 8 Wohnhaus der Familie Schmaus 16 9 Wohnhaus von Götz Kilian 10 Wohnhaus von Erich Janitzky S. 12 S. 14 S. 15 Die Bedeutung der SA-Sturmlokale S. 16 11 Ehemaliges SA-Sturmlokal „Seidler“ S. 17 12 Ehemaliges SA-Sturmlokal „Demuth“ S. 18 13 Wohnhaus von Paul Pohle 17 Verfolgung von Jüdinnen und Juden in Köpenick S. 19 S. 20 14 Wohnhaus von Dr. Georg Eppenstein S. 21 15 Ehemaliges SA-Heim „Wendenschloß“ S. 22 16 Wohnhaus von Richard Julius Karl Aßmann S. 23 17 Ehemaliges SA-Heim „Müggelseedamm“ S. 24 1 Einleitung Die Zusammenstellung von Gedenk- und Erinnerungsorten erscheint anlässlich des 85. Jahrestages in Erinnerung an die Opfer der „Köpenicker Blutwoche“. Am 21. Juni 1933 begann in Köpenick eine bis dahin beispiellose Verhaftungs- und Gewaltwelle der Nationalsozialisten. Vom 21. bis 26. Juni 1933 verschleppten und misshandelten Einheiten von Sturmabteilung (SA) und Schutzstaffel (SS) mehrere hundert politisch Andersdenkende, Jüdinnen und Juden, mindestens 23 Menschen starben. 2 Die „Köpenicker Blutwoche“ 1933 steht stellvertretend für die Phase der Machteroberung, in der die Nationalsozialisten gezielt und öffentlich mit Einschüchterung, Folter und Mord agierten. Die Verbrechen fanden keineswegs im Verborgenen statt, sondern häufig in aller Öffentlichkeit und vor den Augen der Mitbürgerinnen und Mitbürger. Bis heute stellt sich daher die Frage, welche Handlungsspielräume die Zivilgesellschaft hatte und hat, damals und heute. Die Publikation nennt diejenigen Erinnerungsorte im Bezirk Treptow-Köpenick, die in der Vergangenheit mit einem Erinnerungszeichen versehen wurden und heute im Stadtraum sichtbar sind. Es sind zum einen zentrale Gedenkorte wie die Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche oder das Denkmal für die Opfer der „Köpenicker Blutwoche“ auf dem Platz des 23. April, aber auch dezentrale Denkmale, Gedenkzeichen und Stolpersteine. Die vorliegende Übersicht mit topografischer Karte bietet die Möglichkeit, diese Orte aufzusuchen und sich selbst mit der Geschichte der „Köpenicker Blutwoche“ auseinanderzusetzen. Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche, 2018 3 1 Ehemaliges Amtsgerichtsgefängnis, Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche Puchanstraße 12, Gedenktafel Das stillgelegte Amtsgerichtsgefängnis in der heutigen Puchanstraße hatte während der „Köpenicker Blutwoche“ eine zentrale Bedeutung. Innerhalb weniger Tage wurden hier, dem Hauptsitz der Köpenicker SA, mindestens 200 Menschen festgehalten. Im Betsaal, der Gefängniskapelle im 2. Stockwerk, wurden die Inhaftierten besonders schwer misshandelt, wie beispielsweise Johannes Stelling 4 und Paul von Essen. Die beiden Sozialdemokraten wurden vermutlich hier ermordet. Das ehemalige Amtsgerichtsgefängnis, Foto nach 1945 Ehemaliges SA-Sturmlokal „Gerichts-Klause“ 2 Puchanstraße 9, Gedenktafel seit 2018 Die Gaststätte „Gerichts-Klause“, Foto undatiert, Privatbesitz Im SA-Sturmlokal „GerichtsKlause“, gegenüber dem Amtsgerichtsgefängnis, kam es während der „Köpenicker Blutwoche“ zu schweren Misshandlungen von Inhaftierten. Oftmals wurden diese zu weiteren brutalen „Vernehmungen“ in das ehemalige Amtsgerichtsgefängnis gebracht, wie beispielsweise Katharina Schmaus, die Mutter von Anton Schmaus. 5 3 Denkmal für die Opfer der „Köpenicker Blutwoche“ Platz des 23. April, Gedenkanlage bestehend aus Stele, Reliefwand und Feuerschale Bis heute ist das Mahnmal mit der erhobenen Faust, das den Opfern der „Köpenicker Blutwoche“ gewidmet ist, ein wesentlicher Gedenkort des Bezirks Treptow-Köpenick. Bereits seit 1946/47 befand sich auf dem Platz des 23. April eine Gedenkstele, die an die Opfer der NS-Diktatur erinnerte. Das jetzige Denkmal wurde am 7. Oktober 1969 eingeweiht, die Gestaltung stammt von dem Bildhauer Walter Sutkowski. 6 Mahnmal für die Opfer der „Köpenicker Blutwoche“, Foto nach 1988 Pfarrhaus der evangelisch-reformierten 4 Schlosskirchengemeinde Köpenick 4 Freiheit 14, Gedenktafel (eingeweiht am 20. Juni 1988) Das Pfarrhaus der evangelisch-reformierten Schlosskirchengemeinde, Freiheit 14, 2018 Die Gedenktafel an der Fassade des Pfarrhauses erinnert an den Widerstand des Pfarrerehepaars Ratsch. Georg Ratsch und Alide Ratsch versteckten während und nach der „Köpenicker Blutwoche“ im Pfarrhaus Verfolgte der NSDiktatur. Georg Ratsch protestierte persönlich beim Köpenicker Bezirksbürgermeister Karl Mathow (NSDAP) gegen die gewaltsamen Übergriffe der SA. 7 Die Siedlung Elsengrund Die Siedlung Elsengrund gehörte zu den ersten Zielen von SA-Übergriffen im Juni 1933. Am 21. Juni 1933 begann die SA mit Hausdurchsuchungen und Verhaftungen politischer Gegner. Im Elsengrund wohnten zahlreiche Gewerkschafter sowie Funktionäre von SPD und KPD, teilweise in enger Nachbarschaft mit Nationalsozialisten. Die Siedlung Elsengrund war 1918 bis 1929 nach Plänen von Otto Rudolf Salvisberg er8 baut worden, um bessere Wohnbedingungen, auch für Arbeiterfamilien, zu schaffen. Die Siedlung Elsengrund, Postkarte undatiert, Privatbesitz Wohnhaus von Johannes Stelling 5 Stellingdamm 36, (Elsengrund), Gedenktafel, Stolperstein (verlegt am 2. Dezember 2013) Der Reichstagsabgeordnete Johannes Stelling (geb. 12. Mai 1877) gehört zu den bekanntesten Opfern der SA-Gewalt. Er war von 1921 bis 1924 Ministerpräsident von Mecklenburg-Schwerin und gehörte dem SPD-Parteivorstand an. Am 21. Juni 1933 wurde er aus seiner Wohnung zunächst in das Sturmlokal „Seidler“ verschleppt, dort schwer misshandelt und vermutlich am Morgen des 22. Juni im ehe- maligen Amtsgerichtsgefängnis erschossen. Weitere Gedenkzeichen für Johannes Stelling: - Gedenktafel in der Brüstung der Stelling-Janitzky-Brücke. - Gedenktafel vor dem Reichstagsgebäude Johannes Stelling, Foto undatiert 9 6 Wohnhaus von Paul von Essen Essenplatz 9, (Elsengrund), Gedenktafel, Stolperstein (verlegt am 2. Dezember 2013) Am 21. Juni 1933 wurde der Sozialdemokrat und Gewerkschafter Paul von Essen (geb. 1. März 1886) auf offener Straße und in der Nähe seines Wohnhauses zunächst in das Sturmlokal „Seidler“ verschleppt und gefoltert. Angehörige der SA brachten ihn später ins ehemalige Amtsgerichtsgefängnis, wo er vermutlich am 21. Juni 1933 erschossen wurde. Weitere Gedenkzeichen für Paul von Essen: Wilhelminenhofstraße 76/77, (Oberschöneweide, ehem. Arbeitsstätte von Paul von Essen, Kabelwerk Oberspree), Gedenkstein für Widerstandskämpfer Paul von Essen, Foto undatiert 10 Gedenkort für die Opfer der „Köpenicker Blutwoche“ 7 Essenplatz 1, Gedenkstein seit 6. November 1955 In der Siedlung Elsengrund wohnten zahlreiche Gewerkschafter sowie Funktionäre von SPD und KPD. Im Juni 1933 gerieten viele von ihnen ins Visier der SA, wurden verschleppt und ermordet, darunter die Familie Schmaus, Erich Janitzky, Johannes Stelling, Götz Kilian und Paul von Essen. Im Jahr 1947 wurden im Elsengrund einige Straßen nach Opfern der „Köpenicker Blutwoche“ benannt, unter anderem der Essenplatz. Seit 1955 befin- det sich hier ein Granitstein mit einer Schrifttafel. Das Denkmal am Essenplatz, 2018 11 8 Wohnhaus der Familie Schmaus Schmausstraße 2 (Elsengrund), Gedenktafel für Johann und Anton Schmaus, drei Stolpersteine vor dem Haus (verlegt am 2. Dezember 2013) Die Ereignisse um die Familie Schmaus spielten eine besondere Rolle während der „Köpenicker Blutwoche“. Am Abend des 21. Juni 1933 versuchten SA-Angehörige in das Haus der Familie einzudringen, um den Sozialdemokraten Johann Schmaus und seine Söhne Hans und Anton festzunehmen. Anton Schmaus schoss in Notwehr drei SA-Männer nieder, woraufhin die SA-Gewalt eskalierte. Die Nationalsozialisten nutzten den 12 Tod der drei SA-Männer zudem propagandistisch aus, um das gewaltsame Vorgehen gegen politische Gegner vor der Öffentlichkeit zu rechtfertigen. Auf dem Foto ist Anton Schmaus (4.v.li.) als „der Mörder?“ bezeichnet. Aufnahme vom 13. Juni 1933, Landesarchiv Berlin, C Rep. 300 Nr. 83 Johann Schmaus Anton Schmaus Der Gewerkschafter und Sozialdemokrat Johann Schmaus (geb. 5. Dezember 1879) wurde am Abend des 21. Juni 1933 von SA-Männern in seinem Haus gefoltert und getötet. Sein Leichnam wurde am nächsten Tag erhängt im Geräteschuppen des Hauses aufgefunden. Offensichtlich sollte sein Tod als Selbstmord getarnt werden. Nach den Schüssen auf die SAMänner konnte der Sozialdemokrat Anton Schmaus (geb. 19. April 1910) zunächst fliehen, stellte sich aber kurz darauf auf dem Köpenicker Polizeirevier 244. Am folgenden Tag wurde er zum Polizeipräsidium am Alexanderplatz überführt und dort von einem SA-Angehörigen angeschossen. Er starb an den Folgen der Schussverletzung und weiteren Misshandlungen am 16. Januar 1934. links: Johann Schmaus, Foto undatiert rechts: Anton Schmaus, Foto undatiert 13 9 Wohnhaus von Götz Kilian Heidekrugstraße 67 (Elsengrund), Stolperstein (verlegt am 7. Juli 2018) Götz Kilian (geb. 7. Oktober 1891), KPD-Mitglied und ehemaliger Stadtrat wurde am 21. Juni 1933 zunächst in das Sturmlokal „Seidler“, dann zum ehemaligen Amtsgerichtsgefängnis Köpenick und anschließend in das sogenannte „Horst-Wessel-Haus“ (bis zum 8. März 1933 Karl-Liebknecht-Haus, Parteizentrale der KPD) gebracht. Er verstarb am 6. August 1940 an den schweren Misshandlungen, die ihm während der „Köpenicker Blutwoche“ 14 von SA-Männern zugefügt worden waren. Götz Kilian, Foto undatiert Wohnhaus von Erich Janitzky 10 Mittelheide 3, (Elsengrund), Gedenktafel, Stolperstein vor dem Wohnhaus Schmausstraße 2 (verlegt am 2. Dezember 2013) Die genauen Todesumstände des KPD-Mitglieds Erich Janitzky (geb. 21. Juli 1900) sind ungeklärt. Am Abend des 21. Juni 1933 verschleppten ihn SA-Männer aus seiner Wohnung, zerrten ihn in ein Auto und fuhren mit ihm zum Wohnhaus der Familie Schmaus. Wenig später wurde er dort tot aufgefunden. Es ist nicht bekannt, ob er von einem Querschläger aus der Pistole von Anton Schmaus getroffen wurde, als dieser in Notwehr drei SA-Männer niederschoss, oder ob Mitglieder der SA ihn erschossen. Erich Janitzky, Foto undatiert 15 Die Bedeutung der SA-Sturmlokale Die SA (Sturmabteilung) sowie ihre Versammlungsorte spielten eine wichtige Rolle in der Phase der Machtkonsolidierung der Nationalsozialisten nach dem 30. Januar 1933. Die 1920 als Saalschutz gegründete SA war eine paramilitärische Einrichtung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Ab 1928 richtete die SA in ganz Berlin, teilweise in Gaststätten, Sturmlokale und SA16 Heime ein, um die eigene Anhängerschaft zu sammeln und politische Gegner zu bekämpfen. Diese SA-Treffpunkte dienten in den ersten Monaten nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten als Haft- und Folterstätten. SA-Sturmlokal „Seidler“ in Uhlenhorst, Foto undatiert Ehemaliges SA-Sturmlokal „Seidler“ 11 Mahlsdorfer Straße 65 / Unter den Birken, Gedenkstein Außenaufnahme SA-Sturmlokal „Seidler“ in Uhlenhorst, Foto undatiert Das SA-Sturmlokal „Seidler“ in Uhlenhorst befand sich unweit der Wohnsiedlung Elsengrund, wo viele Oppositionelle wohnten. Die ersten sogenannten „Verhöre“ durch SA-Männer fanden aufgrund der räumlichen Nähe hier statt. Unter den im Sturmlokal „Seidler“ schwer misshandelten Häftlingen waren Paul von Essen, Erwin Mante und Johannes Stelling. 17 12 Ehemaliges SA Sturmlokal „Demuth“ Pohlestraße 13 / Dorotheenstraße, dreiteiliges Denkmal (aufgestellt 1961) Das Sturmlokal „Demuth“ wurde von der SA bereits vor der „Köpenicker Blutwoche“ als Haftort genutzt. Im Juni 1933 diente der Heuboden der Gaststätte als zentrale Haft- und Folterstätte. Die hierher Verbrachten wurden besonders grausam misshandelt, manche von ihnen ermordet wie Joseph Spitzer und Paul Spitzer. 1961 wurde hier ein dreiteiliges Denkmal aus rotem Granit errichtet, um an die beson18 dere Bedeutung dieses Ortes zu erinnern. SA-Sturmlokal „Demuth“, Zugang zum Heuboden, Foto undatiert Wohnhaus von Paul Pohle 13 Pohlestraße 12, Gedenktafel (eingeweiht am 4. November 2003), Stolperstein (verlegt am 2. Dezember 2013) Paul Pohle, Sozialdemokrat und Reichsbanner-Mitglied (geb. 4. November 1883) arbeitete in der Apotheke des Krankenhauses Köpenick. Im März 1933 schmuggelte er Fotografien ins Ausland, die Opfer von SA-Gewalt zeigten, die ärztlich behandelt werden mussten. Am 21. Juni 1933 wurde Paul Pohle in das gegenüber seinem Wohnhaus gelegene Sturmlokal „Demuth“ verschleppt, dort schwer misshandelt und vermutlich am 21. Juni 1933 ermordet. Paul Pohle, Foto undatiert, Privatsammlung Annelore Pohle 19 Verfolgung von Jüdinnen und Juden in Köpenick Jüdinnen und Juden waren bereits unmittelbar nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten im Januar 1933 von Verfolgung und Gewalt betroffen. Seit dem 1. April 1933, dem reichsweiten Boykott der Geschäfte von Jüdinnen und Juden, wurde die Ausgrenzung sichtbar. Unter den ersten Opfern der „Köpenicker Blutwoche“ befanden sich auch als jüdisch Verfolgte und unter ihnen solche, die gleich20 zeitig politische Gegner der Nationalsozialisten waren, wie beispielsweise Lothar Baer, Max Pincus oder Meinhard Moses. Doch Manchen wurde nichts Geringeres als ihr wirtschaftlicher Erfolg und sozialer Status zum Verhängnis, wie das Schicksal des Unternehmers Georg Eppenstein zeigt. Unter dem Druck der Nationalsozialisten ging das Kaufhaus Max Cohn 1934 in nicht-jüdischen Besitz über. Postkarte, gelaufen 1922 Wohnhaus von Dr. Georg Eppenstein 14 Salvador-Allende-Straße 43-45, Stolperstein (verlegt am 21. Juni 2004) Der erfolgreiche konfessionslose Chemiker und Unternehmer Georg Eppenstein (geb. 7. Dezember 1867) entstammte einer jüdischen Familie. Jedoch war er weder Mitglied der Jüdischen Gemeinde noch einer politischen Partei. Er wurde am 21. Juni 1933 von der SA aus seinem Wohnhaus verschleppt, im Sturmlokal „Demuth“ und später im Amtsgerichtsgefängnis gefoltert. Seine Frau konnte bei SA-Standartenführer Gehrke die Freilassung ihres schwer verletzten Mannes erwirken. Georg Eppenstein starb am 3. August 1933 an den Folgen der Misshandlungen. Georg Eppenstein, Foto undatiert 21 15 Ehemaliges SA-Heim „Wendenschloß“ Wendenschloßstraße 390, Gedenktafel (eingeweiht 1993) 1933 besetzte die SA das Wassersportheim der SPD-nahen Organisation Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und richtete das SA-Heim „Wendenschloß“ ein. In dem Bootshaus wurden während der „Köpenicker Blutwoche“ etwa 100 Personen inhaftiert und gefoltert. In der Nacht vom 22. zum 23. Juni 1933 versenkten SA-Männer hier die Leichname der ermordeten Oppositionellen Paul von Essen, Johannes Stelling und 22 Karl Pokern in der Dahme, um damit die von ihnen begangenen Morde zu vertuschen. Das ehemalige Bootshaus des Reichsbanners, ab 1933 SA-Heim „Wendenschloß“, Foto 1930 Wohnhaus von Richard Julius Karl Aßmann 16 Aßmannstraße 46, Gedenktafel seit 1997 Richard Aßmann, Foto undatiert In der Chronologie der Ereignisse gehört Richard Aßmann (geb. 16. Dezember 1875), Sozialdemokrat und Kreisleiter des Reichsbanners, zu den ersten Opfern der „Köpenicker Blutwoche“. In den Morgenstunden des 21. Juni 1933 wurde er von SA-Männern in das Sturmlokal „Seidler“ verschleppt und dort misshandelt. Sein Leichnam wurde am 11. Juli 1933 aus dem Oder-Spree-Kanal geborgen. 23 11 10 5 1 8 7 6 9 2 17 Ehemaliges SA-Heim „Müggelseedamm“ (Gladenbecksche Villa) Müggelseedamm 132, Gedenktafel seit 1983 Im Jahr 1932 richtete die Fried3 richshagener Ortsgruppe der NSDAP in einem ehemaligen Fabrikgebäude der Bronzegießerei Gladenbeck Versamm4 Während der lungsräume ein. „Köpenicker Blutwoche“ dienten die Räumlichkeiten als „Verhör-“ und Folterstätte. Eines der Opfer, dem die SA hier schwere Misshandlungen zufügte, war der Kommunist Karl Pokern. Er wurde vermutlich im Amtsgerichtsgefängnis 24 15 ermordet. Seit 1958 ist eine Straße in Friedrichshagen nach ihm benannt. 14 Ehemaliges Firmengelände der Bronzegießerei Gladenbeck, ab 1933 SAHeim „Müggelseedamm“, Foto undatiert 13 12 16 17
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