Path:
Vierter Teil. Gesundheits-Polizei

Full text: Polizei-Vorschriften für Rixdorf / Bluhm, Ewald (Public Domain)

spätestens 12 Stunden nach dem Melken in entsprechenden, vom Polizei⸗ 
Präsidenten in Berlin als leistungsfähig anerkannten Apparaten ord⸗ 
nungsmäßig behandelt und während des Erhitzens mit luftdichtem Ver⸗— 
schluß versehen worden ist, der das Datum der Sterilisation tragen und 
bis zur Abgabe der Milch an den Konsumenten unversehrt bleiben muß. 
86. 
Milchpräparate dürfen nur unter ausdrücklicher Bezeichnung ihrer 
Zusammensetzung oder Herstellungsart auf den Verkaufsgefäßen ein« 
geführt, feilgehalten oder verkauft werden. Buttermilch und saure Milch 
darf nur unter richtiger Bezeichnung in den Verkehr gebracht werden. 
87. 
Die Verwendung der für den Milchwirtschaftsbetrieb bestimmten 
Gefäße zu anderen Zwecken ist verboten. 
Gefäße, aus denen die Milch fremdartige Stoffe aufnehmen kann, 
wie Gefäße aus Kupfer, Messing, Zink, Tongefäße mit gesundheits— 
schädlicher, nicht haltbarer oder schadhafter Glasur, eiserne Gefäße mit 
bleihaltigem oder rissig oder brüchig gewordenem Email oder verrostete 
Gefäße, ferner Gefäße aus Kiefernholz oder anderen Holzarten, die 
durch ihre Weichheit der Verschmutzung und damit der Zersetzung der 
Milch Vorschub leisten dürfen zur Auffangung und Aufbewabrung von 
Meilch nicht verwendet werden. 
Die Zapfhähne an Milchgefäßen und geschlossenen Milchwagen 
müssen gut verzinnt sein oder aus Metall bestehen, das nicht mehr als ein 
Gewichtsprozent Blei oder Zink enthält, und müssen im Innern stets 
sauber gehalten werden. Milchgefäße von 2 Litern und mehr Inhalt 
sollen eine so weite Oeffnung haben, daß die Hand eines Erwachsenen 
behufs Reinigung bequem eingeführt werdem kann. 
Die zum Ausmessen der Milch dienenden Gefäße müssen hinsichtlich 
des Materials und der Sauberkeit und Reinigungsart denselben An— 
forderungen wie die Milchtransport- und Standgefäße genügen und mit 
einer geeigneten Handhabe versehen sein, so daß eine Berührung der 
Milch mit der Hand beim Schöpfen ausgeschlossen ist. 
890 
Sämtliche im Milchgewerbe Verwendung findenden Gefäße sind vor 
dem jedesmaligen Gebrauch mit heißem und darauf mit frischem reinen 
Wasser zu reinigen und jederzeit gehörig rein zu halten. 
Standgefäße sind mit gut passendem überfassenden Deckel zu ver— 
sehen und möglichst, jedenfalls aber von 9 Uhr vormittags ab, verschlossen 
zu halten. Frisch gemolkene Milch darf im Molkereibetriebe so lange, 
bis sie auf 25 Grad Celsius abgekühlt ist, unbedeckt bleiben, jedoch nur 
sofern sie gegen Verunreinigungen (Staub, Schmutz usw.) geschützt ist. 
Kindermilch (5 8 Absatz 4) ist in fest verschlossenen, mit Papier— 
streifen verklebten und plombierten Flaschen an die Konsumenten ab— 
zugeben.
	        
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.