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Vierter Teil. Gesundheits-Polizei

Full text: Polizei-Vorschriften für Rixdorf / Bluhm, Ewald (Public Domain)

Brustfell und der Herzbeutel mit einem abziehbaren Belage ver—⸗ 
ehen sein. 
Anuzeigepflicht. 
Wenn ein Schwein unter den Erscheinungen der Schweinepest oder 
der Schweinepest und Schweineseuche bald nach dem Ankauf erkrankt, 
oder wenn mehrere Schweine eines Bestandes die angeführten Krank⸗ 
heitsmerkmale zeigen, so liegt der Verdacht des Ausbruches der 
Schweinepest vor. Von dem Schweinepestverdacht ist der Ortspolizei⸗ 
behörde Anzeige zu erstatten, worauf durch eine amtstierärztliche 
Untersuchung festgestellt wird, ob der Verdacht begründet ist oder nicht. 
Verhütung der Einschleppung der Schweinepest in einen Bestand. 
Zur Verhütung der Einschleppung der Schweinepest in einen Be⸗ 
itand ist in erster Linie der Zukauf von Schweinen mit größter Vorsicht 
zu bewirken. Neue Schweine, deren Herkunft nicht nachweislich unver⸗ 
dächtig ist, sind, wenn irgend möglich, in einem besonderen Stall unter 
Beobachtung zu stellen, ehe sie zu dem alten Bestande gebracht werden. 
Es empfiehlt sich, die neu angekauften Tiere mit einigen Ferkeln des 
alten Bestandes entweder unmittelbar oder so in einer Bucht zu— 
fammenzubringen, daß sie nur durch ein Gitter voneinander getrennt sind. 
Sind die Ferkel nach zehn Tagen noch gesund und frei von Er— 
scheinungen der Schweinepest, so können die neu angekauften Tiere un— 
bedenklich zu dem alten Bestand in den gemeinsamen Schweinestall ge 
bracht werden. Um auch der Gefahr der Einschleppung der Schweine⸗ 
scuche zu begegnen, ist die Beobachtung auf die Dauer von vier Wochen 
auszudehnen. 
Da die Schweinepest auch leicht durch Personenverkehr und duch 
leblose Gegenftände (Stallgeräte, Futter- und Streumaterialien, fowie 
Dünger) verschleppt werden kann, ist die Berührung mit nicht nach— 
weislich unverdächtigen Schweinebeständen und die Verwendung von 
Stallgeräten, Futterstoffen, Streu und Dünger aus solchen zu vermeiden. 
Besondere Vorsicht ist bei der Einstellung von Sauen in die Stölle 
fremder Eberhalter geboten. 
Anweissung zur Reinigung und zur Zerstörung der Ansteck. ugs⸗ 
ztofse Desintektionsversahren) bei Rotlauf, Sehweines euehe 
und Schweinepest. 
Als Reinigungs- und Zerstörungsmittel find anzuwenden: 
1. Sodalösung. Die Bereitung geschieht durch Auflösung von 
mindestens einem Kilogramm käuflicher Waschsoda in 50 Litern heißen 
Wassers. 
—A Schmie rseife oder 
grüner oder schwarzer Seife werden in 109 Teilen heißen Wassers 
gelöst. 
3. Kalkmilch. 1 Raumteil irisch gelöschter Aetzkalt wird miit 
3 Raumteilen Wasser zu einer dicken oder mit 20 Raumteilen Wasser 
zu einer dünnen Kalkmilch angerührt.
	        
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