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Vierter Teil. Gesundheits-Polizei

Full text: Polizei-Vorschriften für Rixdorf / Bluhm, Ewald (Public Domain)

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Die von schweineseuchekranken oder der Seuche verdächtigen 
Schweinen benutzten Stallungen (Standorte) und die bei den Stallungen 
befindlichen Tummelplätze, die bei der Schlachtung von kranken und 
verdächtigen Tieren benutzten Schlachttröge und alle sonstigen mit den 
kranken Tieren oder deren Abfällen in Berührung gekommenen Gegen⸗ 
stände (Krippen, Futtertröge, Gerätschaften, Kleider, Schuhzeug der 
Wärter) müssen nach dem Aufhören der Seuche oder nach Entfernung 
der kranken Tiere von den Besitzern desinfiziert werden. (Anlage A 
der Bundesratsinstruktion vom 27. Juni 1895 und die besondere 
Desinfektionsanweisung für die Schweinekrankheiten) Die Anordnung 
der Desinfektion erfolgt durch den beamteten Tierargt. 
Der Desinfektion hat stets die Beseitigung des verseuchten Düngers 
und aller von den kranken Tieren herrührenden Abfälle vorauszugehen. 
Der Dünger ist entweder auf möglichst undurchlässigen Wagen auf 
das Feld zu fahren und sogleich unterzupflügen oder zu verbrennen, 
oder an einem Platze, der von Schweinen nicht betreten werden kann, 
aufzustapeln und mit anderem Dünger (am besten Pferde- oder Kuh— 
dung) oder, wenn solcher nicht vorhanden ist, mit Stroh, Laub, Torj 
oder anderem losen Material zu überschichten. Dünger, der in dieser 
Weise aufgestapelt ist, wird innerhalb 14 Tagen durch Selbsterhitzung 
unschädlich und kann alsdann ohne weiteres abgefahren werden. 
88. 
Die Schweineseuche gilt als erloschen und die angeordneten Schutz⸗ 
maßregeln sind aufzuheben: 
1. wenn der gesamte Schweinebestand gefallen, geschlachtet, getötet 
oder ausgeführt ist; oder 
falls ein Bestand verblieben ist: wenn 14 Tage verflossen sind, 
nachdem das letzte kranke oder seuchenverdächtige Tier gefallen, 
geschlachtet, getͤtet, ausgeführt oder genesen ist, und 
wenn in beiden Fällen (zu 1 und 2) außerdem die Desinfektion 
vorschriftsmäßig erfolgt und abgenommen ist. 
Wenn ein Bestand verblieben ist (Abs. 1 und 2), hat der beamtete 
Tierarzt auf Ersuchen der Ortspoligeibehörde durch eine Untersuchung 
zunächst festzustellen, ob sich kranke oder seuchenverdächtige Tiere in dem 
Bestande nicht mehr befinden. Ergibt diese Untersuchung die Seuchen⸗ 
freiheit und Unverdächtigkeit des Bestandes, so ordnet der beamtete 
Tierarat die Vornahme der Desinfektion an. 
89. 
Die Prüfung der Desinfektion erfolgt ebenfalls durch den beamteten 
Tierarzt, und zwar im Falle der Nr. 1 des 8 8 alsbald, im Falle der 
Nr. 2 ebenda frühestens 14 Tage nach Feststellung der Seuchenfreiheit. 
Letzte renfalls hat der beamtete Tierarzt bei dieser Gelegenheit den ge⸗ 
samten Schweinebestand noch einmal zu untersuchen, um festzustellen, 
ob Neuerkrankungen oder neue Seuchenverdachtsfälle in der Zwischen⸗ 
zeit vorgekommen sind. Abgänge durch Tod oder Tötung sind hierbei
	        
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