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Vierter Teil. Gesundheits-Polizei

Full text: Polizei-Vorschriften für Rixdorf / Bluhm, Ewald (Public Domain)

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Schweinen in nachweisliche Berühruug gekommen sind, aber noch keine 
rotlaufverdächtigen Krankheitserscheinungen zeigen, ist die Gehöftssperre 
zu verhängen. Die Einführung neuer Schweine in das Seuchengehöft ist 
zu verbieten. 
3. Die der Rotlaufansteckung verdächtigen Schweine dürfen aus dem 
Seuchengehöfte nur mit vorheriger ortspolizeilicher Genehmigung und 
nur zum sofortigen Schlachten ausgeführt werden. Die an Rotlauf er⸗ 
krankten oder dieser Seuche verdächtigen Schweine dürfen nur auf dem 
Seuchengehöft selbst oder mit ortspolizeilicher Genehmigung in einer 
am Seuchenort befindlichen gewerblichen Schlachtstätte oder in einem 
dort befindlichen öffentlichen Schlachthause geschlachtet werden. 
Die Ortspolizeibehörde hat bei Genehmigung der Ausführung von 
Schweinen zuui sofortigen Abschlachten folgende Bedingungen vor— 
zuschreiben: 
a) Die ausgeführten Schweine müssen auf Wagen oder auf der 
Eisenbahn befördert werden und dürfen unterwegs nicht mit 
anderen Schweinen in Berührung kommen oder in fremde Gehöfte 
gebracht werden. 
Die benutzten Wagen sind sofort nach dem Ausladen der Schweine 
an dem Ausladungsorte gründlich zu reinigen und mit heißer 
Sodalauge zu waschen. 
Das auf dem Wagen befindliche Stroh ist zu verbrennen oder sonst 
unschädlich zu beseitigen. 
Bei Benutzung der Eisenbahn ist 
dem Verladen von der Verdächtia— 
zu setzen. 
Die Schlachtung der ausgeführten Schweine muß unter ortspoli— 
zeilicher Ueberwachung stattfinden, wenn sie nicht in einem unter 
tierärztlicher Leitung stehenden öffentlichen Schlachthause erfolgt. 
Letzterenfalls hat der Schlachthofvorsteher der Orispolizeibehörde 
des Schlachtortes eine Bescheinigung über die Schlachtung ein— 
zureichen. 
Liegt der Ort, an dem die Schlachtung stattfinden soll, in einen 
anderen Ortspoligeibezirk, so ist die zuständige Ortspolizgeibehörde 
von dem Zeitpunkte des Eintreffens der Sendung rechtzeitig zu 
benachrichtigen. 
3. Es ist anzuordnen, daß kein der Stallsperre oder der Gehöfts— 
sperre unterworfenes Schwein, das verendet oder geschlachtet wird, ohne 
Genehmigung der Ortspolizeibehörde verwendet oder beseitigt oder aus 
dem Gehöft entfernt werden darf. Hat die Ortspoligeibehörde einec 
solche Genehmigung erteilt, so muß sie hiervon spätestens bei der Des— 
infektionsabnahme oder bei der Benachrichtigung von dem Erlöschen der 
Seuche (8 9) den beamteten Tierarzt in Kenntnis setzen. Wenn die 
Sperrmaßregeln lediglich wegen Verdachts des Rotlaufs verhängt sind, 
so hat die Ortspolizeibehörde vor Erteilung der Genehmigung eine amts- 
tierärztliche Obduktion des Tierkörpers zu veranlassen. 
8. Der Besitzer ist anzuhalten, den Zutritt zu den kranken oder den 
bherdächtigen Schweinen unbefugten Versonen, namentlich Viehhändlern, 
5) 
Eisenbahnverwaltung vor 
— Schweine in Henntnis
	        
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