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Erster Teil. Sicherheits-Polizei

Full text: Polizei-Vorschriften für Rixdorf / Bluhm, Ewald (Public Domain)

Zündungen, Dynamitpatronen, Kohlendynamitpatronen, Sprenggelatine⸗ 
patronen, Gelatinedynamitpatronen, Karbonitpatronen, Schießbaum⸗ 
wolle usw. versehen sein. Außerdem müssen dieselben mit der Firma 
oder der Marke der Fabrik, aus welcher die Sprengstoffe herrühren, 
begeichnet sein, oder eine von der Zentralbehörde gebilligte und öffentlich 
bekannt gemachte Bezeichnung der Fabrik tragen. Die zur Verpackung 
von nitroglyzerinhaltigen Sprengstoffen dienenden Kisten sind an zwei 
zegenüberliegenden Schmalseiten mit zuverlässigen Handgriffen oder 
Handleisten zu versehen; bei Fässern und Tonnen sind solche Handgriffe 
nur insoweit erforderlich, als nicht durch tief eingelassene Böden und 
Deckel eine feste Handhabe gegeben ist. Für die Ausfuhr in das Aus— 
land bestimmte Behälter werden hiervon nicht betroffen. 
Das Bruttogewicht der Versendungsstücke darf bei Pulver, Spreng— 
salpeter, brennbarem Salpeter (8 2 Ziffer 1), bei Schießbaumwolle 
(FS 2 Ziffer 3), bei Kartuschen, Petarden, Feuerwerkskörpern oder 
Zündungen (8 2 Ziffer 4) 90 Kilogramm, bei sonstigen Sprengstoffen 
35 Kilogramm nicht übersteigen. Auf prismatisches Geschützpulver in 
Kartuschen finden diese Gewichtsbestimmungen keine Anwendung. Für 
Versendungsstücke von geladenen Geschossen und Geschützpatronen darf 
das Höchstgewicht 150 Kilogramm nicht übersteigen. Für Behälter mit 
einem Geschoß oder mit einer Geschützvatrone kommt diese Gewichts— 
zrenze in Wagfall. 
Die für den Eisenbahnverkehr jeweilig vorgeschriebene Verpackung 
zenügt auch für die Versendung cif Land- und Wasserwegen. 
II. Besondere Bestimu 
für den Landverkehr. 
Die Beförderung von Sprengstoffen auf Fuhrwerken, welche Ver— 
sonen befördern, ist verboten. 
Eine Ausnahme findet nur statt, wenn in dringenden Fällen all— 
gemeiner Gefahr, z. B. bei Eisstopfungen, die nötigen Sprengbüchsen 
und das zu deren Füllung erforderliche Material unter zuverlässiger 
Begleitung in kürzester Frist nach dem Bestimmungsorte geschafft 
werden soll. 
88. 
Bei dem Verpacken und dem Verladen, sowie bei dem Abladen und 
Auspacken darf Feuer oder offenes Licht nicht gehalten, Tabak nicht 
geraucht werden. 
Das Verladen und Abladen hat unter sorgfältiger Vermeidung 
von Erschütterungen zu erfolgen. Die Versendungsstücke dürfen des— 
halb nie gerollt oder abgeworfen werden. Das Verladen nitroglyzerin⸗ 
haltiger Sprengstoffe auf Fuhrwerke und das Abladen von solchen darf 
nur an Rampen oder gleichwertigen Einrichtungen unter Benutzung 
von weichen Unterlagen stattfinden. Das Auf⸗ und Abladen darf nur 
don zuverlässigen, unterrichteten Personen und unter Aufsicht erfolgen. 
Soll das Verladen oder Abladen ausnahmsweise nicht vor der 
Fabrik oder dem Lagerraum oder innerhalb dieser Räume geschehen, 
so ist hierzu die Genehmigung der Ortspolizeibehörde einzuholen.
	        
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