Path:
Vierter Teil. Gesundheits-Polizei

Full text: Polizei-Vorschriften für Rixdorf / Bluhm, Ewald (Public Domain)

50/3 
2. Die Ausstellung der Leichenpässe liegt im Deutschen Reiche den 
von den Landespolizeibehörden, in den Schutzgebieten den vom Reichs— 
kanzler zu bezeichnenden Stellen, im Auslande den dazu ermächtigten 
Gesandten und Konsuln des Neiches ob. Für Leichen von Personen, 
welche an Cholera, Fleckfieber, Pest oder Pocken verstorben sind, dürfen 
solche Pässe erst dann ausgestellt werden, wenn mindestens 1 Jahr nach 
dem Tode verflossen ist. 
3. Dem Gesuch um Erteilung eines Leichenvasses sind in Urschrift 
oder beglaubigter Abschrift beizufitoeon 
a) eine vorschriftsmäßig ausgefertigte Sterbeurkunde, welche Namen, 
Stand, Alter und Todestag des Verstorbenen enthält; 
eine tunlichst auf Grund einer Acußerung des Arztes, welcher 
den Verstorbenen behandelt hat, ausgestellte Bescheinigung über 
die Todesursache. Kommt die Leiche aus einem Ort, an dem 
Cholera, Fleckfieber, Pest oder Pocken herrschen, so ist gleichgeitig 
zu bescheinigen, daß der Beförderung der Leiche gesundheithiche 
Bodenken nicht entgegenstehen; 
eine Bescheinigung des bei de Einsarung zugegen gewesenen 
Sachverständigen (K 2 Abs. 15 darüber, —„e die Einsaraung vor— 
schriftsmaßig erfolgt ist. 
1. Boi Leichen von Angehörigen der Armee oder der Marine ge— 
nügen die von der zuständigen Militärbehörde oder Dienststelle aus— 
gefertigten Nachweise zu Abs. 3 4 bis c. Im Auslande kann auf die 
zu b vorgesehene Bescheinigung verzichtet werden, wenn dem zur Aus— 
sttellung des Leichenpasses zuständigen Gesandten oder Konsul des Reichs 
die zu bescheinigenden Tatsachen betannt sind. 
5. Bei Leichen aus solchen ausländischen Staaten, wit welchen eine 
Voereinbarung wegen wechselseiliger Anerkennung der Leichenpässe ab 
geschlossen ist, genügt die Beibrinaung cinee à arung ent— 
snrechenden Leichenpasses. 
6. Bei der Beförderung von Leichen in das Ausland hat der Kapi— 
tän auch daranf zu sehen, daß die nach den Bestimmungen des Aus 
landes erforderlichen Nachweise beigebracht sind. Werden ausländische 
Häfen angelaufen, so hat der Kavitän auch die dort geltenden Bestim 
nungen zu beachten. 
94 
i. Tie Einsargung der Leiche hattu Gegenwart einer von der zu 
ständigen Behörde des Sterbcorts oder des seitherigen Bestattungsorts 
hierzu zu bestimmenden sachverständigen Person zu erfolgen. Diese 
Person wird bei Leichen von Angehörigen der Armec oder der Marine 
don der zuständigen Militärbehörde oder Dienststelle, im Ausland in 
Ermangelung einer für den Ort zuständigen Landesbehörde von dem 
esandten oder Konsul des Reichs bestimmt. 
2. Die Leiche muß in einem hinlänglich widerstandsfähigen, luft— 
dicht zu verlötenden Metallsarg eingeschlossen und dieser von einent 
estgefugten Holzsarge dergestalt umgeben sein, daß jede Verschiebung 
des Metallsarges in der Umhüllung verhindert wird. Der Holzsarg
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.