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Vierter Teil. Gesundheits-Polizei

Full text: Polizei-Vorschriften für Rixdorf / Bluhm, Ewald (Public Domain)

einer au Kindbettfieber Erkrankten während der Entbindung oder im 
Wochenbett tätig sind, während der Dauer der Beschäftigung bei der 
Erkrankten und innerhalb einer Frist von 8 Tagen nach Beendigung 
— 
untersagt ist. 
Ich bestimme hierbei, daß im allgemeinen die Anzeigen nach wie 
vor bei der Polizei-Direkttion, von den Haushaltungsbvorständen der 
Schiffer und Flößer oder deren Stellvertretern bis auf weiteres bei dem 
Polizei⸗Revier der Liegestellen zu erstatten sind. 
Ich weise ferner darauf hin, daß für Nichtbeachtung der Bestim— 
mungen des Gesetzes, so besonders der Anzeigepflicht, sowie Uebertretung 
der einzelnen Bestimmungen des Gesetzes, Geld- bezw. Gefängnisstrafen 
festgesetzt sind. 
Rixdorf, den 30. Oktober 1906. 
Der Polizei-Präsident. 
von Glasenapp. 
Mminister al· Anweisung 
zur Verhütung der Verbreitung übertragbarer Krankheiten durch die 
Schulen vom 9. Juli 1907. 
81. 
Die Schulbehörden sind verpflichtet, der Verbreitung überkragbarer 
drankheiten durch die Schule tunlichst entgegenzuwirken und die beim 
Auftreten dieser Krankheiten hinsichtlich der Schulen und anderen 
Unterrichtsanstalten erforderlichen Anordnungen nach Maßgabe der 
nachstehenden Vorschriften zu treffen. 
82. 
Auf die Reinhaltung der Schulgrundstücke, namentlich der Um— 
gebung der Brunnen und der Schulräume einschließlich der Bedürfnis— 
anstalten, ist besondere Aufmerksamkeit zu richten. Die Klassenzimmer 
sind täglich auszukehren und wöchentlich mindestens zweimal feucht auf⸗ 
zuwischen's, während der Schulpausen und der schulfreien Zeit zu lüften 
und in der kalten Jahreszeit angemessen zu erwärmen. Die Bedürfnis— 
anstalten sind vegelmäßig zu reinigen und erforderlichenfalls zu des⸗ 
infizieren. Jährlich mindestens dreimal hat eine gründliche Reinigung 
der gesamten Schulräume einschließlich des Schulhofs zu erfolgen. Auch 
empfiehlt es sich, in angemessenen Zwischenräumen das Wasser der 
Schulbrunnen bakteriologisch untersuchen zu lassen. 
Ministerial-Erlaß vom 16. Januar 1908. 
Das feuchte Aufwischen der Klassenzimmer kann auch da nicht ent⸗ 
behrt werden, wo die Fußböden mit staubbindendem Oel gestrichen sind. 
Es wird sich jedoch empfehlen, solche Räume nur einmal wöchentlich, und 
zwar ausschließlich mit usgewundenen Tüchern aufwischen gzu 
lassen. Hiermit darf aber erst dann begonnen werden, wenn der Oel— 
rnstrich vollständig fest geworden ist.
	        
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