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Zweiter Teil. Ordnungs-Polizei

Full text: Polizei-Vorschriften für Rixdorf / Bluhm, Ewald (Public Domain)

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Sobald der Kutscher einer vorbestellten Droschke mit Fahrpreis— 
anzeiger eine andere Fahrt nicht mehr annehmen darf, hat er auf die 
aufrechtstehende Fahne des Fahrpreisangeigers (8 17) ein Schild mit 
der Aufschrift „Bestellt“ zu stecken. 
Kutscher von vorbestellten Droschten müssen auf Verlangen eines 
Volizeibeamten sich diesem gegenüber über die Vorbestellung ausweisen. 
888. 
Wird von dem Fahrgast ausdrücklich ein bestimmter Weg begeichnet, 
den der Kutscher fahren soll, so hat der Kutscher diesen Weg, soweit er 
fahrbar ist, zu fahren. Gibt der Fahrgast nur das Ziel der Fahrt an, 
so hat der Kutscher den zum Ziel führenden kürzesten fahrbaren Weg 
inzuschlagen; er ist jedoch berechtigt, die Friedrich-- Leipziger- und 
Königstraße in Berlin zu vermciden, falls nicht das Ziel der Fahrt in 
diesen Straßen liegt oder der Fahrgast nicht dagegen Einspruch erhebt. 
Auf unbefestigten Wegen braucht der Kutscher in keinem Falle zu 
fahren; tut er es dennoch, so braucht er nur mit einer solchen Ge—⸗ 
schwindigkeit zu fahren, wie die Beschaffenheit des Weges sie zuläßt. 
8 89. 
Jede Fahrt ist in einer gleichmäßigen Geschwindigkeit von mindestens 
160 Metern in der Minute auszuführen, sofern und soweit dies nicht 
durch Verkehrshindernisse oouu andere unabwendbare Umstände un— 
nöglich gemacht wird. 
Zur Feststellung der Geschwindigkeit einer ausgeführten Fahrt und 
der Länge einer zurückgelegten Wegstrecke, sowie zur Berechnung des 
Fahrpreises für Fahrten mit Droschken ohne Fahrpreisanzeiger und 
für Schlittenfahrten dient ein amtlich beglaubigter, von jedem Kutscher 
bei sich zu führender Plan von Berlin und Umgegend, dessen Heraus— 
gabe vom Polizei-Präsidenten zu Berlin veranlaßt wird, und auf 
velchem die Straßenzüge in farbige Abschnitte geteilt sind (amtlicher 
Droschten-Wegemesser). 
Behufs Berechnung der Geschwindigkeit, in der eine Fahrt aus— 
zeführt ist, wird jeder Farbenabschnitt des zurückgelegten Weges einer 
Minute Fahrzeit und behufs Berechnung der Länge einer zurückgelegten 
Wegstrecke jeder Farbenabschnitt einer Länge von 160 Metern gleich 
gerechnet; der Farbenabschnitt, in welchem die Fahrt begonnen, und 
derjenige, in welchem die Fahrt beendet worden ist, werden jedoch zu— 
jammen nur als ein Farbenabschnitt in Ansatz gebracht. 
8 90. 
Die Bezahlung für Benutzung von Fahrpreisanzeiger-Droschken 
erfolgt nach den Anzeigen des Fahrpreisanzeigers und der Zuschlags⸗ 
vorrichtung auf Grund der Fahrpreisordnung im 8 99. 
Der Kuischer darf von dem Fahrgast nur den durch die Fahrpreis— 
scheibe bezw. die Zuschlagsvorrichtung angezeigten Preis für geleistete 
Fahrt, Wartezeit oder Zuschlagsleistung fordern. 
Tritt während der Fahrt eine Störung im Gangwerk des Fahr— 
preisanzeigers ein (8 62 Abs. 3), so ist der Preis für die geleistete 
Fahrt nach der Fahrpreisordnung im 8 99, und zwar für die wirklich
	        
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