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Zweiter Teil. Ordnungs-Polizei

Full text: Polizei-Vorschriften für Rixdorf / Bluhm, Ewald (Public Domain)

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2. Das Publikum darf die Bahn und die dazu gehörigen Anlagen 
außerhalb der Stationen nur an den zu Ueberfahrten oder Uebergängen 
bestimmten Stellen betreten, und zwar nur so lange, as2 sie nicht ab⸗ 
gesperrt sind, oder sich kein Zug nähert. 
In allen Fällen ist jeder unnötige Verzug zu vermeiden. 
3. Innerhalb der Stationen darf das Publikum nur diejenigen 
Anlagen betreten, welche für den öffentlichen Verkehr bestimmungs— 
mäßig dauernd oder zeitweilig freigegeben sind. 
dir das Betreten der Bahn und der dazu gehörigen Anlagen, 
sowen Lieselben nicht zugleich als Weg dienen, durch Vieh bleibt der— 
jenige verantwortlich, welchem die Aufsicht über dasselbe obliegt. 
5. Das Hinüberschaffen von Pflügen, Eggen und anderen Geräten, 
sowie von Baumstämmen und sonstigen schweren Gegenständen über die 
Bahn darf, sofern solche nicht getragen werden, nur auf Wagen oder 
unterlegten Schleifen ersolgen. 
6. Sobald sich ein Zug nähert, müssen die Züge der südlichen Ber— 
liner Vorortbahn, Fuhrwerke, Reiter, Fußaänger, Treiber von Vieh 
und Lasttieren in angemessener Entfernung von der Bahn, und zwar, 
sofern Warnungstafeln vorhanden sind, an diesen halten, beziehungs— 
weise die Bahn schnell räumen. 
7. Es ist untersagt, die Schranken oder sonstigen Einfriedigungen 
eigenmächtig zu öffnen, zu überschreiten oder zu übersteigen. darauf zu 
sitzen oder etwas darauf zu legen. 
8. Es ist verboten, die Bahnanlagen, die Telegraphen- und die Be⸗ 
triebsmittel zu beschädigen, feste Gegenstände auf die Fahrbahn zu 
legen oder sonstige Fahrhindernisse anzubringen, Weichen umzustellen, 
falschen Alarm zu erregen, Signale nachzuabmen oder andere betriebs⸗ 
sttörende Handlungen vorzunehmen. 
9. Solange ein Zug sich in Bewegung befindet, ist das Ein- und 
Aussteigen und der Versuch dazu, sowie das eigenmächtige Oeffnen der 
an den Wagen befindlichen Türen verboten. 
10. Es ist untersagt, Gegenstände, durch welche Personen oder 
Sachen beschädigt werden können, während der Fahrt aus dem Wagen 
zu werfen. 
11. Feuergefährliche sowie andere Gegenstände, die auf irgend eine 
Weise Schaden verursachen können, insbesondere geladene Gewehre, 
Schießpulver, leicht entzündliche Stoffe und dergleichen sind von der 
Mitnahme ausgeschlossen. 
Die Eisenbahnbediensteten sind berechtigt, sich von der Beschaffen⸗ 
heit der mitgenommenen Gegenstände zu überzeugen. Jägern und im 
öffentlichen Dienste stehenden Personen ist die Mitführung von Hand— 
munition gestattet. 
83. 
Uebertretungen dieser Polizeiverordnung werden, soweit nicht 
sonstige weitergehende Strafbestimmungen Platz greifen, mit einer 
Geldstrafe bis zu 60 Mark oder im Unvermögensfalle mit entsprechen— 
der Haft geahndet.
	        
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