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Zweiter Teil. Ordnungs-Polizei

Full text: Polizei-Vorschriften für Rixdorf / Bluhm, Ewald (Public Domain)

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Augtiere. 
Oktober 1890. 
Auf Grunde Gesetzes über die Polizei⸗ 
verwaltune vxn. Mire 66 S. 263) und der 88 137 
und »2 bezr. 4 Absatz Gα über die allgemeine Landes⸗- 
bverrrz'tung vom 80. Juli 1883 AS. S. 196) wird für den Um— 
fang der Provinz Brandenburg und des Stadtkreises Berlin, in Betreff 
der ersteren unter Zustimmung des Provinzialrats, folgende Polizei— 
verordnung erlassen: 
81. 
Jeder vor ein Fuhrwerk gespannte Hund muß einen sicheren, 
zweckmäßig eingerichteten Maulkorb tragen, welcher dem Hunde das 
freie Atmen und Abtühlen der Zunge gestattet, das Beißen aber un— 
möglich macht. 
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Hunde, welche wegen Krankheit, äußerer Schäden oder wegen ihrer 
körperlichen Beschaffenheit im allgemeinen zum Ziehen nicht geeignet 
sind, dürfen nicht angespannt werden. 
Das gleiche gilt von Hunden, welche vorübergehend zum Ziehen 
untauglich sind, z. B. hitzigen, hochträchtigen oder säugenden Hündinnen 
während der Dauer dieses Zustandes. 
88. 
Hunde, welche nach den vorstehenden MRerkmalen als zum Ziehen 
ungeeignet oder zeitweise untauglich anzusehen sind, können von der 
Polizei sofort von der Straße bezw. aus dem Fuhrwerk entfernt werden. 
324. 
Tas Gewicht des Wagens und der Ladung darf nicht so groß sein, 
daß die Kräfte des Hundes überanstrengt werden. 
Die Ueberlastung eines Hundefuhrwerks ist strafbar und gibt der 
Polizei das Recht, die sofortige Unterbrechung der Fahrt anzuordnen 
und deren Fortsetzung so lange zu untersagen, bis eine angemessene 
Verminderung der Last stattgefunden hat. 
33. 
Auf dem Fuhrwerk muß sich ein zum Tränken des Hundes ge— 
eignetes Gefäß, sowie während der Zeit vom 1. Oktober bis 1. April 
für jeden Hund eine Unterlage und eine Decke zum Auflegen befinden, 
welche während des Stillhaltens zu benutzen sind. 
86. 
Der Führer eines Hundefuhrwerks darf sich während der Fahrt 
niemals auf dem Wagen befinden, muß vielmehr neben dem Hunde 
gehen und denselben an einer Leine führen, auf städtischen und anderen 
verkehrsreichen Straßen aber die Deichsel des Wagens beständig in 
der Hand halten.
	        
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