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Zweiter Teil. Ordnungs-Polizei

Full text: Polizei-Vorschriften für Rixdorf / Bluhm, Ewald (Public Domain)

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vetreffer 
Das Weibchen de Schwammspinners— Liparis oder Oineria 
dispar — kann man z. Zt. häufig an Baumstämmen, Pfählen, Zäunen, 
Wänden usw. sitzen sehen. Es ist dies ein plumper, grauweißer 
Schmetterling, welcher dort seine Eier in Klümpchen von 800-6500 
Stück, umgeben von ihm entfallenen graubraunen Wollhaaren, ablegt. 
Aus diesen Eiern kriechen im April oder Maien. J. die stark behaarten 
Raupen, deren Rücken fünf Paar blaue auf den vorderen und sechs 
Paar rotbraune Kopfwarzen auf den hinteren Ringen trägt. Einige 
Zeit leben diese Raupen gesellig beieinander, bald aber verteilen sie sich 
über den ganzen Baum und vernichten, da sie sehr gefräßig sind, oft 
jämtliche Blätter. 
Die Raupen leben sowohl auf Obst- als auch auf anderen Laub— 
bäumen. Unter den letzteren haben besonders Eichen- und Weiden— 
oflanzungen sehr zu leiden. Von den Raupen werden aber auch Nadel— 
sölzer, in erster Linie Kiefern, aufgesucht. Die Vertilgung dieses 
Schmetterlings und seiner Nachkommenschaft liegt also dringend im all— 
zemeinen Interesse. Sie muß Ende Juli oder Anfang August vor— 
zenommen werden. Die am Tage stillsitzenden, mit dem Eierlegen be⸗ 
schäftigten Weibchen erleichtern durch ihre helle, grauweiße Farbe das 
Auffinden der Eierhaufen, welche durch Zerdrücken unschädlich zu machen 
sind. An der Vernichtung können sich nicht nur Erwachsene, sondern 
auch Kinder mit leichter Mühe beteiligen. 
Mit Rücksicht auf den Schaden, der den Obstbäumen usw. durch den 
Schwammspinner zugefügt wird, ersuche ich die Herren Landräte und 
Polizeiverwaltungen der Stadtkreise, die Bevölkerung auf vorstehendes 
aufmerksam zu machen. 
Potsdam, den 189. Juli 1899. 
Der Regierungs-Präsßident. 
⸗ 
—7x 
Vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch 
ßKenntnis gebracht. 
Rixdorf, den 2. März 1900. 
Der Polizei-Direktor. 
v. d. Groeben. 
zur öffentlichen 
Ankiundiarng von Geneswwitteln gegen Pslanzenkrankheiten. 
Oberpräsidial-Verordnung vom 3. Mai 1900. 
Auf Grund der 88 137 und 139 des Gesetzes über die allgemeine 
Landesverwaltung vom 380. Juli 1888 und gemäß 88 6, 12 und 18 des 
Besetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850 wird für den 
Umfang der Provinz Brandenburg unter Zustimmung des Provinzial⸗ 
mats und für den Stadtbezirk Berlin folgendes verordnet:
	        
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