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XIII. Abschnitt. Strom-Polizei

Full text: Bürgerbuch für die Stadt Charlottenburg / Kuhlow, Gustav (Public Domain)

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Strom⸗Polizei. 
874. Bezeichnung des Namens und der Tragfähigkeit. 
Jedes Motorboot muß einen Namen führen. Der Name und die Anzahl der Personen, 
welche gleichzeitig mit Sicherheit befördert werden können, müssen an einer in die Augen 
fallenden, steis sichtbaren Stelle mit deutlicher Schrift angebracht sein. Eine arößere Anzahl 
Personen agleichzeitig zu befördern, ist verboten. 
875. 
Sonstige Bestimmungen. 
Im Uebrigen gelten für Motorboote, mögen dieselben zu privaten Zwecken oder zum 
gemerbsmäßigen Betriebe bestimmt sein, sinngemäß die in dieser Verordnung für Dampier 
gegebenen Bestimmungen. 
Auch wo außerhalb des 8 50 für Dampfer Signale vorgeschrieben sind, werden 
dieselben quf Motorbooten in entiprechender Weise mit der Schiffsglocke gegeben. 
Für die Anlegestellen, welche von Motorbooten im gewerbsmäßigen Betriebe benutzt 
werden sollen, gelten dieselben Bedingungen wie für Dampieranlegestellen. 
III. Abschnitt. 
Gewerbsmäßzige Personenbeförderung mit Handkähnen Booten, Gundeln. 
373. Genehmigung des Gewerbebetriebes. 
Wer gewerbsmäßig gegen Entgelt auf öffentlichen Gewässern — zu denen in dieser 
Beziehung auch die Thiergarten-Gewässer zu rechnen sind —, Personenbeförderung mit 
Handkähnen, Boosen oder Gondeln betreiben, oder solche Fahrzeuge dem Publikum zur 
Benutzung auf Zeit überlassen will, bedarf hierzu einer polizeilichen Erlaubniß. Die Vest. 
des 8S 62 finden hierbei sinngemäße Anwendung. 
877. Polizeiliche Anforderungen. 
Vor Eröffnung des Gewerbebetriebes muß der Unternehmer die hierzu bestimmten 
Fahrzeuge dem P.-Sch.sB. zu Bexlin oder der K PeD. zu Charlotfenburg zur Prüfung 
uf ihre vorschriftsmäßige Beschaffenheit und zux Festseßung ihrer Tragfähigkeit vorstellen. 
Die zum Gewerbebetricb zuzulassenden Fahrzeuge müssen mindestens 3,75 m lang 
und 1,26 m'breit, und nebst ihrem Zubehör (Ruder, Steuerruder, Sitzbank u. s. w.) von 
guter Beschaffenheit sein. 
378. Bezeichnung der Fahrzeuge. 
Die Bezeichnung der polizeilich festgesetzten Tragfähigkeit (Personenzahl) nebst dem 
Namen des Bootseigenthümers und die Nummer des Bootes müssen in deutlichen schwarzen 
Buchstaben auf weißem Grunde unlöschbar angeschrieben, und iedes Fahrzeug mit dem 
ringebrannten Stempel der Orts-Polizei-Behörde versehen sein. 
Erlaubnißschein. 
Sind die in 8 77 und 7 genannfen Erfordernisse vorhanden, so ertheilt die Orts⸗ 
Polizei die auf ein Jahr lautende Bescheinigung, daß di— betreffenden Boote und Gondeln 
zum Gewerbebetriebe zugelassen sind. 
Ohne diese Veschcnigung darfenr Un!ernehmer die Fahrzeuge nicht zum öffentlichen 
Gebrauche hergeben. 
880. Führung der Handkähne. 
Der Polizei-Präsident behält sich vor, für den in diesem Abschnitte behandelten 
Gewerbebetrieb zu bestimmen, daß die Unternehmer entweder selbst ihre Fahrzeuge führen, 
oder hierfür zuverlässige und geschästskundige anderweilige Führer bestellen. In jedem 
Falle dürfen die Führer als solche nur thätig sein, wenn ihnen vom PeSch-B. zu Berlin 
oder e— KePe⸗T. zu Charlottenburg' cin besonderer polizeilicher Erlaubnißschein 
ertheilt ist. 
Diesen, sowie einen Abdruck der 88 76—80 dieser Verordnung muß der Fuͤhrer 
während seines Gewerbebetriebes stets bei sich tragen, und auf Verlangen dem Strompolizri— 
Beamten wie auch den Fahrgästen vorzeigen. 
Die Führer haben sich gegen die Fahrgäste anständig, zu betragen, ihre Fahrzeuge 
in branchbarem und sauberem Zustande zu erhalten und diese vorsichtig zu leiten. 
Bei Vernachlässigung ihrer Pflichten haben sie, abgesehen von der Bestrafung, Ent—⸗ 
ziehung ihres Erlaubnißscheines zu gewärtigen.
	        
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