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XII. Abschnitt. Schul-Angelegenheiten

Full text: Bürgerbuch für die Stadt Charlottenburg / Kuhlow, Gustav (Public Domain)

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Schul Angelegenheiten. 
hältnisse genöthigt sind, ihre schulpflichtigen Kinder während der Zeit der 
Schifffahrt zu Kahne mitzuführen haben dieselben, in den Städten bei der 
Schulkommission, auf dem Lande bei dem Lokal-Schulinspektor, unter Nach— 
suchung von Dispensation aus *e Ortsschule, abzumelden und nach der 
Rückkehr wieder anzumelden. 
8 2. Die erfolgte Ab-— unn Anmmeldung ist in den Schulversäumniß— 
Listen zu bemerken. 
F' 3. Während der Reise sind di Schiffer verpflichtet, ihre Kinder an 
denjenigen Orten, in deren Nähe s. lbenge alß acht Tage anlegen, sosort 
nach der Ankunft in die Schule zu schicken. Dasselbe gilt, wenn Schiffer ge— 
nöthigt sind, auswärts zu überwintern. 
J 4. Ueber den regelmäßigen Schulbesuch der Kinder an diesen Orten 
haben sie sich von der betreffenden Schulbehörde ein Vescheinigung ausstellen 
zu lassen und dieselbe nach der Rückkehr in die Heimola den Orts-Schulbehörden 
(8 1) vorzulegen. 
8 55 „i“cchiffer, welche den Vorschriften des 8 1 nicht nachkommen, ver— 
fallen in die Schulversäumniß-Strafen in Gemäßheit unserer Verordnung vom 
12. Juli 1869 und sind daher regelmäßig zweimal monatlich bis zur Rückkehr 
wegen unentschuldigter Versäumniß der Kinder den Polizei-Behörden des 
Heimathsortes zur Anzeige zu bringen. 
8 6. Erlangen die Kinder in Folge der durch die Reisen herbeigeführten 
Unterbrechungen im Unterricht die erforderliche Schulreife nicht, so haben die 
Orts-Schulbehörden unter Beachtung der Best. von 53 1 und 8 5 unserer Ver— 
ordnung vom 24. Juli 1880, betreffend die Aufnahme und Entlassung der 
Schulkinder, nach Befinden die Verlängerung des Schulbesuchs derselben anzu— 
ordnen, bis diese Kinder die erforderliche Schulbildung erlangt haben. 
Potsdam, den 15. Februar 1884. 
Königliche Regierung, Abtheilun 
Bestrasung unentschuldigter 
Verordnung vom 6. Aprit 1897 (2.. 
Auf Grund der 88 48, 46 und 48 A. L.-R. Theil II, Titel 12 und des 
8 11 der Instruktion zur Geschäftsführung der Regierungen vom 23. Oktober 
7817 wird hiermit für unseren Verwaltungsbezirk Folgendes verordnet: 
8 1. Eltern und Vormünder werden, wenn ihre Kinder oder Mündel 
dem schulplanmäßigen Unterricht ohne genügenden Grund fern bleiben, mit 
Geldstrafe bis zu 15 (Fünfzehn) Mark, im Unvermögensfalle mit Haft bis zu 
15 (Fünfzehn) Tagen bestraft. 
8 2. Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Bek. im Ameisblatt 
der Koͤniglichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin in Krait. 
Berlin, am 6. April 1897. 
Königliches Provinzial-Schul-Kollegium der Provinz Brandenburg. 
——— ) 
Schulgelderhebung. 
Magq.-Verf. vom 6. März 1892. 
Für die Schulgelderhebung an bden städtischen Schulen gelten vom 
1. April 1892 ab die nachfolagenden 
J. Siehe P. V. vom 16. II. 1887 betr. Schulversäumnisse. — Seite 584 —
	        
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