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XII. Abschnitt. Schul-Angelegenheiten

Full text: Bürgerbuch für die Stadt Charlottenburg / Kuhlow, Gustav (Public Domain)

Schul⸗Angelegenheiten. 
8 2. Machen besondere Verhältnisse die frühzeitigere Entlassung eines 
Schulkindes nothwendig, so kann discke wenn es die Schulreife besitzt und 
spätestens bis zum 830. SepteirhenWeonsiahr vollendet, schon zu 
Ostern entlassen werden. 
Ueber die vorzeitige Schulentlassung eines Schulkindes entscheidet der 
Kreis-Schulinspektor, welchem die Besche'nꝛ JJübneeir Schulreife und über 
das Vorhandensein besonderer, die vorzcetire des indes bedingenden 
Verhältnisse, vorzulegen ist. 
Den Eltern des Kindes ist über dessen vorzeitige 
Schulinspektor ein Attest zu ertheilen. Beschwerden 
desselben sind an die Aufsichtsbehörde zu richten. 
Dispensationen über die in diesem Paragraphen bestimmten Grenze 
hinaus sind nur mit Genehmigung der Aufsichts-Behörde zulässig. 
8 B3. In Orten, deren Bezeichnung vorbehalten bleibt, sowie überall 
da, wo eine zweimalige Einsegnung stattfindet, erfolgt die Aufnahme und 
Entlassung der Schulkinder alljährlich zweimal, zu Ostern und Michaelis. 
Die Aufnahme erfolgt zu Ostern und Michaelis mit dem Beginn des 
Schulhalbjahres, bis zu welchem die Kinder in Gemäßheit des 8 1 der Ver— 
ordnung vom 12. Juni 1869 (A.Bl. 1869 S. 1953) für schulpflichtig zu 
erachten sind; die Entlassung mit dem Schlusse des Schuljahres zu Ostern, 
wenn sie bis zum 30. April, zu Michaelis, wenn sie bis zum 31. Oktober 
das 14. Lebensjahr vollenden und gegen ihre Schulreife kein Bedenken obwaltet. 
Bei der Entlassung der Schulkinder werden die Ferien, welche dem 
Schulschlusse folgen, zum Schulhalbjahre mitgerechnet. 
8 4. Alters-Dispensationen über die im vorigen Paragraphen bezeich— 
neten Grenze hinaus finden der Regel nach nicht statt und können nur in 
besonderen Nothfällen von der Schulinspektion bei der Aufsichts-Behörde in 
Antrag gebracht werden. 
5 5. Walten gegen die Schulreife eines Kindes Bedenken ob, so ent— 
scheidet über die Entlassung der Lokal-Schulinspektor auf Grund einer unter 
seiner Leitung vorzunehmenden Entlassungs-Prüfung, zu welcher die Schnl— 
vorsteher einzuladeun sind. 
Ueber diese Pruͤfung ist ein vom Schulvorstande zu vollziehendes Protokoll 
aufzunehmen, welches in Beschwerdefällen der Entscheidung der Aufsichts— 
Behörde als Grundlage zu dienen geeignet ist. 
Wird die Prüfung nicht bestanden, so erfolgt die Entlassung am Schlusse 
des nächsten Schuljahres bezw. Schulhalbjahres, falls nicht fernere Bedenken 
die Wiederholung der Prüfung erforderlich machen. 
8 6. Alle den vorstehenden Best. entgegenstehenden Verordnungen werden 
aufgehoben. 
Potsdam, den 24. Juli 1880. 
Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulwesen. 
Schul-Versünnmisse. 
P.«V. vom 19. März 1870, repl. am 16. Februar 1887. (N. J.-Bl. von 1887 Nr. 39.) 
Auf Grund der 88 5 und 6 des Gesetzes über die P.-Verw. vom 
11. März 1850 verordnet das Polizei-Amt nach Berathung mit dem hiesigen 
Gemeinde-Vorstande und mit Genehmigung des Königlichen Polizei-Präsidiums 
zu Berlin zur Herbeiführung eines geregelten Schulbesuchs schulpflichtiger 
Kinder, Folgendes:
	        
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