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IX. Abschnitt. Sonntags-Ordnung

Full text: Bürgerbuch für die Stadt Charlottenburg / Kuhlow, Gustav (Public Domain)

Sonntags-Ordnung 
Arbeitern und ein Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen zulässig ist, 
ersolgt sür den nang der Regierungs-Bezirke durch die Regierungs— 
Präsibenten, für die Stadt Berlin durch den Polizei-Präsidenten. Sie 
ist — abgesehen von den unter Ziffer 5 zugelassenen Ausnahmen — 
für alle Zweige des Handelsgewerbes einheitlich zu treffen.!) 
Die Feststellung der Beschäftigungszeit erfolgt durch Best. des Anfangs— 
und des Endpunktes derselben mit dem Vorbehalte, daß die Beschäftigungs— 
zeit durch eine von der Ortis-Polizei-Behörde — nach Ziffer 3 — für 
den Hauptgottesdienst festzusetzende Pause von in der Regel zwei Stunden 
unterbrochen werde. 
Der Anfangspunkt der Beschäftigungszeit ist in der Regel auf 7 Uhr 
Vormittags, der Endpunkt orn or Nächm eitans festzusetzen. Die Best. 
eines früheren Anfangs- und Endenet 6!,, und 11 oder 6G und 1Uhr 
sei es für das ganze Jahrr, sei es nur für das Sommerhalbjahr, ist 
zulässig, falls nach den örtlichen Verhältnissen die Zeit vor 7 Uhr Vor— 
mittags für das Handelsgewerbe nicht bedeutungslos ist. 
Die für den Hauptgottesdienst festzusetzende Pause wird durch die Orts— 
Polizeibehörde nach Benehmen mit den kirchlichen Behörden bestimmt und 
öffentlich bekannt gemacht. Sie soll nicht nur die Dauer der gottesdienst— 
lichen Feier, sondern auch die für etwaige Vorbereitungen sowie für den 
Kirchgang erforderliche Zeit vor und nach der gottesdienstlichen Feier 
umfassen. Im allgemeinen werden im ganzen zwei Stunden hierfür 
genügen. 
In Gemeinden, in denen mehrere Kirchengemeinden desselben oder 
verschiedenen Bekenntnisses sich befinden oder in denen der Gottesdienst 
in verschiedenen Sprachen abgehalten wird, ist darauf hinzuwirken, daß 
der Hauptgottesdienst in den verschiedenen Kirchengemeinden, Bekenntnissen 
und Sprachen thunlichst zu gleicher Stunde abgehalten wird. Wo dieses 
Ergebniß nicht erzielt werden kann, bleibt den höheren Verwaltungs— 
behörden überlassen, nach der Besonderheit der obwaltenden Verhältnisse 
über die Festsetzung der für den Hauptaottesdienst freizulassenden Pause 
nähere Best. zu treffen. 
In Ortschaften, in denen zwei Stunden für die Abhaltang des Haupt— 
gottesdienstes und die Zeit des Kirchganges nicht ausreichen, kann die 
für den Hauptgottesdienst bestimmte Pause über zwei Stunden hinaus 
berlängert werden. In solchen Fällen ist der Anfaugspunkt der zulässigen 
Beschäftigungszeit entsprechend früher (vor ̃ Uhr) zu legen. Ein Hinaus— 
schieben des Endpunktes über 2 Uhr ist nur in Ausnahmefällen und nicht 
über 215 Uhr hinaus zuzulassen. F 
Eine Feststellung der fünfstündigen Arbeitszeit, die von der in Ziffer 
2 und 4 bestimmten abweicht, darf nur erfolgen: 
für die Zeitungs-Spedition, für welche es sich empfiehlt, die fünf 
stündige Beschäftigungszeit vor Beginn des Hauptgottesdienst, etwa 
auf die Stunden von 4 bis 9 Uhr Vormittags zu legen; 
für den Handel mit Blumen und Kränzen. Für diesen können die 
Beschäftigungsstunden dem örtlichen Bedürfnisse entsprechend gelegl 
werden jedoch so, daß der Schluß spätestens um 4 Uhr Nachmittage 
eintrit 
J 
Vral. Read-Wek. vont 28. VII. 1892. 
— 476
	        
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