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IX. Abschnitt. Sonntags-Ordnung

Full text: Bürgerbuch für die Stadt Charlottenburg / Kuhlow, Gustav (Public Domain)

Sonntags-Ordnung. 
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f) das mit störendem Geräusch oder Aufsehen verbundene Fortschaffen 
von Sachen auf den äffentlichen Straßen und Plätzen in geschlossenen 
Ortschaften, z. B. das Fahren der Bier- und Rollwagen (vergl. jedoch 
3 4 Nr. 6, nach dem das Fahren von Bierwagen, während der für 
den Handel mit Lebens- und Genußmitteln freigegebenen Stunden, 
bezw.ss 4 Nr. 2, nach dem das Fahren von Rollwagen, soweit sie 
dei Eilgüterverkehr dienen, gestattet ist,, der Wagen mit leeren 
Fässern, Eisenstangen und dergl. der Umzug mit Möbeln aus 
iner Wohnung in die andere sowie das Fahren von Vieh, von 
Bau- und Brenn-Materiali“ 5 Lebensmitteln und Feldfrüchten 
vergl. jedoch 88 2, 3 und 
das Treiben von Vieh auf den 
geschlossener Ortschaften (vergl. jede 
2. Das Verbot des 8 J findet keince 
auf Arbeiten, welche in Nothfällen,: 
und dergl., oder im öffentlichen 5 
werden müssen, 
auf Arbeiten, welche zur Befriedigung 
Lebens täglich vorgenommen werden 35 
auf Arbeiten, welche in der Landwirthschaft und Gärtnerei — wie 
das Futterholen, das Füttern, das Aus- und Eintreiben, sowie das 
Hüten des Weideviehs, das Treiben des Viedes zur Tränke, das 
Begießen von Pflanzen und dergl. — zur Fortsetzung des Betriebes 
— täglich vorgenommen werden müssen, 
. auf Arbeiten, welche in Zier- und Hausgärten oder von Lohnarbeitern 
und kleinen Leuten mit ihren Angehörigen zur Bestellung oder Ab— 
wartung der von ihnen genutzten Gärien und Felder außerhalb der 
Zeit des Hauptgottesdienstes G 16) verrichtet werden 
auf das Fahren und Treiben von Vieh zu den om olgenden Tage 
statifindenden Viehmärkten. 
* 3. Die in 81 verbotenen Arbeiten, soweit es sich nicht um die 
Beschäftigung gewerblicher Arbeiter handelt, kann die rtspolizeibehörde für 
den einzelnen Sonn- und Feiertag gestatten, wenr sic zur Verhütung eines 
unverhältnißmäßigen Schadens erforderlich sind, und die Nothwendigkeit nicht 
absichtlich herbeigeführt oder durch Außerachtlassung der gehörigen Sorgfalt 
verschuldet ist. Beispielsweise kann die Erlaubniß ertheilt werden, wenn an— 
haltend ungünstige Witterung die rechtzeitige Vornahme von Erntearbeiten 
oerhindert hat, oder Naturereignisse wie Hochwasser, Niedrigwasser, Frost und 
dergl. den Betrieb der Schifffahrt oder die Schisfsladung bedrohen. 
Die Erlaubniß ist thuͤnlichst auf die Zeit außerhalb des Hauptgottes— 
dienstes (3 16) zu beschränken. 
Befindet sich die Ortspolizeibehörde nicht amm Ort, so ist in dringenden 
Fällen auch der Gemeinde- oder Gutsvorsteher zur Erthei“na dieser Erlaub— 
niß befugt. 
4. Nicht berührt werden von dem Verbote des 
der Eisenbahnverkehr, der Personen-Ochifffahrtsverkehr, das Lohnfuhrwesen 
für Personen, die Beförderung von Reifegepäck, sowie der Gewerbebetrieb 
der Kahnverleiher, Gondelführer und Fahrradverleihanstalten, 
der durchgehende Frachtschifffahrts- und Frachtfuhrwerks-Verkehr sowie 
der Eilguͤter-Verkehr zu und von den Bahnhöfen und Dampfschiffen, 
RFuhlow, Bürgerbuch.
	        
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