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VII. Abschnitt. Sanitäts- und Gesundheits-Polizei

Full text: Bürgerbuch für die Stadt Charlottenburg / Kuhlow, Gustav (Public Domain)

Sanitäts- und Gesundheits-Polizei. 
11 
7 dece Zisches. 
18. (A-Bl. S. 148.) 
Da die Erfahrung gee daß das Aufblasen des Fleisches, welches 
sich die Schlächter erlauben, nm öffentlichen Verkaufe gestellten Fleische 
ein besonderes Ansehen!) zu bic Gesundheit von nachtheiligen Folgen 
sein kann, so wird dasselbe ber Strafe untersagt. 
Die Polizei-Behörden haben caß eie Befolgung dieser Anordnung zu achten. 
Potsdam, den 26. Mai 181* 
Vorstehende Bek. wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. 
Charlottenburg, den 12. Januar 1888. 
Könialiche Polizei-Direktion. 
de steadischen Schinken und Spechkseiten. 
V. vom 1888 (A. Bl. S. 137 138.) 
Auf Grund der *. 57 *1330 des Gesetzes über die A. L.«»V. vom 
30. Juli 1883 sowie der 5Z8Z6. unod 15 des Gesetzes über die P.VB. vom 
11. März 1850 wird unter Zustimmung des Provinzialraths für den Umfang 
der Provinz Brandenburg hierdurch Folgendes verordnet: 
8 1. Die Zerlegung und Zubereitung zum Genuß, sowie die Ver— 
zußerung von Wildschweinen ist so lange verboten, als nicht ein amtlich be— 
stellter Fleischbeschauer nach vorgängiger mikroskopischer Untersuchung erklärt 
hat, daß trotz gewissenhafter Prüfung von ihm keine Trichinen in den unter— 
suchten Fleischtheilen gefunden seien. 
Das Veräußerungsverbot bezieht sich nicht auf die Veräußerung eines 
Wildschweins im Ganzen durch den Jagdberechtigten. 
Für die Untersuchung u. s. w. finden die Vorschriften der 58 3, 7 bis 12 
der OcPre-V. vom 17. März 1886, 2. Oktober 1890 und 27. Juli 1892) 
mit der Maßgabe sinngemäß Anwendung, daß die Stempelung der untersuchten 
und trichinenfrei befundenen Wildschweine allgemein zu erfolgen hat, und daß 
für die Bescheinigung das beigefügte Muster zu verwenden ist. 
5 2. Schinken und Speckseiten von Schweinen, welche außerhalb 
Deutschlands geschlachtet sind, dürfen erst dann in den Verkehr gebracht oder 
verarbeitet werden, wenn diese Waaren innerhalb des Deutschen Reiches von 
einem amtlich bestellten Fleischbeschauer auf Trichinen untersucht und trichinen— 
frei befunden und zum Nachweise hierfür deutlich kennbar abgestempelt oder 
olombirt worden sind. 
5 3. Wer Waaren der vorbezeichneten (82) Art empfängt, welche nicht 
bereits gemäß 8 2 uutersucht worden sind, hat dieselben binnen 12 Stunden 
nach der Verzollung, falls solche innerhalb der Provinz Brandenburg oder des 
Stadtkreises Berlin stattfindet, anderen Falles binnen 24 Stunden nach 
Eupfang durch einen amtlich bestellten Fleischbeschauer auf Trichinen unter— 
suchen zu lassen. 
Erst nach vorschriftsmäßiger Abstenwelung bezw. Plombirung ist die freie 
Verfüqung über die Waaren gemäß 2 oder ihre Weiterversendung gestattet. 
3 4. Soweit eine Untersuchung der im Z 2 bezeichneten Waaren inner— 
halb des Geltungsbereiches der O.-Pr.WB. vom 17. März 1886, 2. October 1890 
Vergl. Min.Erl. v. 13. Il. 1885. — Min. Bl. S. 34 
Siehe S. 300 jf.
	        
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