Path:
VII. Abschnitt. Sanitäts- und Gesundheits-Polizei

Full text: Bürgerbuch für die Stadt Charlottenburg / Kuhlow, Gustav (Public Domain)

Sanitäts- und Gejundheits-Polizei. 
457 
theile zu verwenden, welche in den 
371 und 427 des Hebamm 7256 5 
3 10. Aussuuerzen 3 
darf die Hebamme ohne c 
bestimmten Fällen vornehmen. 
Karbolverdünnung anzuwenden. 
Letztere Vorschrift bezieht 7— 
79, 183, 253 Abs. 2, 256 Abn. 
Hebammen⸗-Lehrbuchs angeordneten 
sprißzungen in die Gebärmutter. 
8 11. Die Hebamme vermeide jede unnöthige Berührung der Geschlechts— 
theile einer Wöchnerin oder eines mit Wochenfluß verunreinigten oder irgend 
eines übelriechenden fauligen oder eitrigen Körpertheils oder sonstigen Gegen— 
standes von solcher Beschaffenheit (Geschwür, ausgestoßene todte Frucht, 
Wochenbett-Unterlage u. a m.) und enthalte sich soviel, als nur möglich, 
seden Verkehrs mit Personen, welche an einer ansteckenden oder als solche 
verdächtigen Krankheit, namentlich Kindbett-, Faul- oder Eiter-Fieber, Gebär— 
mutter- oder Unterleibs-Entzündung, Rose, Diphtherie, Scharlach, Pocken, 
Syphilis, Schanker, Tripper, Unterleibs- oder Fleckentyphus, Cholera oder 
Ruhr leiden. 
8 12. Hat die Hebamme mit ihren Händen oder Geräthschaften die 
Geschlechtstheile der Wöchnerin oder einen mit Wochenfluß verunreinigten 
Gegenstand berührt, so soll sie jedesmal sofort sich selbst in derselben Weise, 
wie sie es vor der ersten Untersuchung einer Kreissenden .Athun hat (8 6) 
und zwar unter Anwendung der Hand- und Nagelbürst« die Geräthschaften 
aber eine Stunde hindurch, wie bei der Geburt ( 8. reinigen und 
desinfiziren. 
8 13. Ist der Wochenfluß übelriechend, faulig oder eitrig oder hat 
die Berührung mit einem Gegenstande dieser Beschaffenheit stattgehabt oder 
leidet die Person, welche die Hebamme mit ihren Händen oder Geräthschaften 
berührt hat, an einer der im 8 11 bezeichneten Krankheiten, so soll die 
Hebamme die Reinigung, wie im 8 12 vorgeschrieben ist, ausführen und ihre 
Hände und Arme schließlich mindestens 5 Minuten lang mit der Karbol— 
verdünnung sorgfältig waschen, die benutzten Geräthschaften aber vor dem 
Einlegen in die Karbolverdünnung eine Stunde lang auskochen. 
8 14. Hat sich die Hebamme in der Wohnung einer Person befunden, 
welche an einer der nachgenannten Krankheiten oder als solche verdächtigen 
Krankheit, nämlich an Kindbett-, Faul- oder Eiter-Fieber, Gebärmutter- oder 
Unterleibsentzündung, Rose, Diphtherie, Scharlach, Pocken, Flecken-Typhus, 
oder Ruhr leidet, so darf sie eine Schwangere, Kreissende oder Wöchnerin nicht 
untersuchen oder auch nur besuchen, bevor sie nicht die Kleider gewechselt und 
sich, wie im 8 13 vorgeschrieben ist, gereinigt und desinfizirt hat. 
8 15. Befindet sich eine der im 8 14 bezeichneten Kranken oder ver— 
dächtigen Personen in der Wohnung der Hebamme oder ist in der Praxis der 
Hebamme eine Wöchnerin am Kindbett-Fieber, Gebärmutter- oder Unterleibs— 
Entzündung oder an einer als solche verdächtigen Krankheit erkrankt oder 
gestorben, so hat die Hebamme sofort Verhaltungsmaßregeln von dem zu— 
ftändigen Kreis-Physikus einzuhosen und vor dem Empfange derselben sich 
jeder beruflichen Thätigkeit zu enthalten. 
8 16. Pflegt die Hebamme eine am Kindbettfieber, Gebärmutter- oder 
Kuhlow, Bürgerbuch. 
121 Abs. 2, 130 Abs. l, 135, 354. 
angeordnet wird. 
Abene Tinspritzungen in die Gebärmutter 
zuur in den durch das Lehrbuch 
überall *tt des Wassers die
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.