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VII. Abschnitt. Sanitäts- und Gesundheits-Polizei

Full text: Bürgerbuch für die Stadt Charlottenburg / Kuhlow, Gustav (Public Domain)

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Sanitäts- und Gesundheits-Polizei. 
wird, falls nach den Strafgesetzen nicht höhere Strafen Platz greifen, mit 
Beldstrafen bis zu 30 Mark oder entsprechender Haft bestraft. 
Auch kann die vorschriftswidrige M! ialeich gegen 85367 Nr.7 
des StreG.“B. oder gegen 88 8 10 171 des Gesetzes, betreffend 
den Verkehr mit Nahrungsmitteln ꝛc. p— 1879 verstoßen wird, 
—DD— 
8 12. Alle dieser Verordnung entgegenstehenden früheren Bestimmungen, 
insbesondere die P.V. vom 1. September ecfend den Verkehr mit 
frischer Kuhmilch, werden aufgehoben. 
Diese Verordnung tritt am 1. April 1899 
Charlottenburg, den 9; Januar 1899. 
Königliche Polizei-Direktion. 
Handel mit amerikanischenm Schmalz. 
R. Pr.“Bek. vom 7. Januar 1895. — A. Bl. S. 5 
Seit mehreren Jahren werden unter der Bezeichnung als Amerikanisches 
Schmalz bedeutende Mengen Jett eingeführt und im Kleinhandel zu angeblich 
dilligen Preisen vertrieben. Hierbei haben sich insofern Uebelstände herausge— 
stellt, als das Schmalz häusig nicht aus reinem Schweineschmalz besteht, 
sondern mit verschiedenen Fetten, (Stearin, Baumwollensamenöl u. a.) gemischt 
ist, und Händler, welche so gemischtes Fett als Schmalz verkaufen, auf Grund 
des Nahrungsmittelgesetzes vom 14. Mai 1879 zur Verantwortung gezogen 
werden können, obgleich sie von der im Auslande erfolgten Mischung keine 
Kenntniß haben. 
Um die Händler hiergegen zu schützen und das Publikum vor Täuschung 
zu bewahren, mache ich darauf aufmerksam, daß unter Bezeichnungen wie 
Schmalz, Bratenschmalz oder raffinirtes Schmalz nur reines 
Schweineschmalz verkauft werden darf, daß dagegen Fettgemische, die außer— 
dem andere Fette oder Oele enthalten, nicht unter jenen Bezeichnungen, sondern 
nur als Speisefett oder unter ähnlichen keinen Irrthum erregenden Namen zum 
Verkaufe gelangen dürfen. 
Potsdam, den 7. Januar 1895. 
Der Regierungs-Präsident. 
Verweudnug von Eis zur Kühlung von Getrüntkeun. 
— Pol. VBef. vom 9. Oktober 1895. — N. 3. Nr. 243.— 
Durch Untersuchungen im Kaiserlichen Gesundheitsamte ist festgestellt 
worden, daß das in Berlin zu wirthschaftlichen Zwecken in den Handel kommende 
Eis selbst bei gutem Aussehen in ihrer Entwickelungsfähigkeit nicht veränderte 
gesundsheitsgefährliche Keimwesen enthalten hat. Es ist dadurch wahrscheinlich 
geworden, daß die häufig beobachteten Krankheiten nach dem Genusse von 
Getränken, welche durch Hineinwerfen von Eisstücken gekühlt wurden, weniger 
durch die Kälte der Getränke als durch die im Eise vorhandenen Krankheits— 
erreger verursacht worden sind. Dieselben Nachtheile können durch feste 
Nahrungsmittel, z. B. Butter, welche durch Liegen auf solchem Eise gekühlt 
wurden, entstehen. Vor dem Genuß von Getränken und anderen Nahrungs— 
mitteln, welche in der vorerwähnten Weise mit Eis gekühlt sind, und in 
Folge dessen gesundheitsgefährlich sein können, wird deshalb hiermit gewarnt. 
Charlottenburg, den 9. Oktober 1895. 
Königliche Polizei-Direction.
	        
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