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VII. Abschnitt. Sanitäts- und Gesundheits-Polizei

Full text: Bürgerbuch für die Stadt Charlottenburg / Kuhlow, Gustav (Public Domain)

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Sanitäts- und Gesundheits-Polizei. 
Es stehen ferner zu: 
10. Für Besuche oder Berathungen in der Zeit zwischen d Uhr Abends und 7 Uhr 
Morgens das Zwei- bis Dreifache der Gebühr zu Nr. 154 und zu Nr. 7. Die Gebühr 
unter Nr. 2 ist jedoch nicht unter drei Mark zu bemessen. 
11. Für Besuche, welche am Tage auf Verlangen des Kranken oder seiner An— 
gehörigen sofort oder zu einer bestimmten Stunde gemacht werden, das Doppelte der Sätze 
zu Nr. 1 und 2. 
12. Für die mündliche Berathschlagung zweier oder mehrerer Aerzte, 
jedem derselben (einschließlich des Besucheyys.. .. . . 6—-2380 Me. 
13. Für fortgesetzte Berathschlagungen in demselben Krankheitsfalle, für 
die zweite und folgendee.. ......520, 
14. Für jeden als Beistand bei einer anderweitigen ärztlichen Verrichtung 
Operationen pp.) hinzugezogenen anderen Arzt . .. —X 5—2087, 
15. Für die Verrichtungen zu Nr. 12, 18, 14 bei Nacht (vergl. Nr. 10) das Doppelte. 
16. Für Fuhrkosten und für die durch den Weg zum Kranken bedingte Zeitversäumniß 
steht dem Arzt bei Krankenbesuchen in seinem Wohnorte in der Regel eine besondere 
Entschädigung nicht zu; doch können die vorbenannten Umstände bei der Bemessung der 
Forderung für den Besuch innerhalb der zu Nr. 1 und 2 ausgeworfenen Sätze in Vetracht 
gezogen werden. 
17. In den Fällen zu Nr. 10, 11, 12, 18, 14, 15 dagegen kann auch innerhalb des 
Wohnortes des Arztes, wenn die Wohnung des Kranken nicht unter 2 Kilometer von der 
des Arztes entfernt ist, neben der Gebühr für den Besuch eine Entschädigung der Fuhr— 
kosten, sowie für Zeitversäumniß, und zwar für jede angefangene halbe Stunde in Höhe 
von 1,60-8 Mark berechnet werden. 
18. Befindet sich der Kranke außerhalb des Wohnortes des Arztes, und zwar nicht 
unter 1 Kilometer von der Grenze desselben und nicht unter 2 Ktlometer von der Wohnung 
des Arztes entfernt, so hat der Arzt außer der Gebühr für den Besuch, den Ersatz der für 
die Reise erwachsenen Fuhrkosten zu beanspruchen. Bei Benutzung eigenen Fuhrwerks ist die 
Entschadigung nach den ortsüblichen Fuhrlohnpreisen zu berechnen. Letzteres darf auch 
geschehen, wenn der Arzt ein Fuhrwerk zu seiner Beförderung nicht benutzt. 
18. Bei Fahrten mit der Eisenbahn sind die Kosten der 2. Wagenklasse, bei Fahrten 
mit dem Dampifchiff die der ersten Kajüte und außerdem für Ab- und Zugang 1,50 Mark 
zu vergüten. 
20. Außerdem hat der Arzt in den Fällen der Nr. 18 Anspruch auf Entschädigung 
für die durch Zurücklegung des Weges bedingte Zeitversäumniß, und zwar 1,60—3 Mark 
für jede angefangene halbe Stunde der für die Fahrt erforderlichen Zeit. 
21. Bei Reisen, welche mehr als 10 Stunden in Anspruch nehmen, findet außer der 
Erstattung der Reisekosten eine Vergütigung von 80—5150 Mark für den Tag statt, welche 
die Entschädigung für Zeitversäumniß einschließt. Die ärztliche Verrichtung ist befonders 
zu vergüten. 
22. Besucht der Arzt mehrere außerhalb seines Wohnorts befindliche Kranke (Nr. 18) 
auf einer Rundsahrt, so sind die gesammten Fuhrkosten und die Entschädigung für Zeitver⸗ 
äumniß in angemessener Weise auf die einzelnen Verpflichteten zu vertheilen. 
28. Wird der Arzt bei Gelegenheit der Besuche gemäß Nr. 18, 19, 20, 21, 22 noch 
von anderen Kranken in Anspruch genommen, so stehen ihm die Sätze unter Nr. WBund 8 zu. 
24. 2) Eine kurze Bescheinigung über Gesundheit oder Krankheit eines 
Menschen.. 226 Me. 
b) Ein ausführlicher Krankheitsbericht 8-210, 
2) Ein begründetes Gutachten. 9-280, 
Ein im JInteresse der Heilung des Kranken zu schreibender Brif. 2—10, 
25.
	        
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