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IV. Abschnitt. Bau-Polizei

Full text: Bürgerbuch für die Stadt Charlottenburg / Kuhlow, Gustav (Public Domain)

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Bau⸗Polizei. 
a) Die Bürgersteige sind in einer Breite von 1mm mit Granitplatten und 
auf jeder Seite dieser Granitplatten in einer Breite von 0,50 m mit 
sogenanntem Mosaikpflaster von scharfkantig geschlagenen Granit- oder 
Feldsteinen, welche im Durchmesser an keiner Stelle 6 em übersteigen 
dürfen, zu belegen. 
An Stelle des Mosaikpflasters können iedoch auch Granitplatten 
gelegt werden. 
Vor Einfahrten können die Bürgersteige an Stelle der ad à vor— 
geschriebenen Anlage mit behauenem kunstgerecht gelegten Reihenpilaster 
in einer Breite von 2 m versehen werden. 
Die auf den Bürgersteigen befindlichen Zungenrinnsteine sind durch 
eiserne Platten, welche mit Granitwangen versehen sein müssen, oder 
durch hölzerne Bohlen zu überdecken. 
Das Längengefälle der Bürgersteige muß in der Regel dem Längengefälle 
des Straßendammes folgen, das Quergefälle in der Regel 1536 betragen. 
Die Fluchtlinie der Granitplaiten wird in jedem einzelnen Falle von 
der Polizei-Behörde bestimmt. 
Ausnahmen von Vorstehendem bleiben vorbehalten. 
z 2. Jedesmal nach Beginn des Etatsjahres wird die Polizei-Behörde 
nach vorgängiger Vereinbarung mit der Gemeinde-Behörde bestimmte Straßen— 
strecken bezeichnen, auf denen vor sämmtlichen Grundstücken, bebaut oder 
unbebaut, im Laufe des Jahres die im 8 1 angegebenen Anlagen herzustellen 
sind. Die Ausführung der Arbeiten muß alsdann spätestens am 1. Oktober 
des betreffenden Jahres vollendet sein. 
8 3. Im Falle des Neubaues oder Umbaues von Gebäuden, welche an 
öffentlichen Straßen oder Plätzen liegen, sind die längs derselben führenden 
Bürgersteige stets sogleich in der durch 85 1 bestimmten Weise herzustellen. 
8 4. Regulirungen des Bürgersteiges, welche ohne Aufforderung der 
Polizei⸗Behörde erfolgen, sind ebenfalls nach Maßgabe der Bestimmungen des 
8 1 zu bewirken. Auch ist in solchem Falle stets eine besondere polizeiliche 
Genehmigung einzuholen. 
8 5. Personen, welche den vorstehenden Anordnungen zuwider handeln 
resp. in vorkommenden Fällen nicht genügen, haben eine Strafe bis zu 9 Mark, 
an deren Stelle im Falle des Unvermögens verhältnißmäßige Haft tritt, sowie 
die Herstellung auf ihre Kosten zu gewaͤrtigen. 
Charlottenburg, den 1. Mai 1880. 
Königliche Polizei-Direktion. 
“) 
Gewührnunug der Beihülje für Anlegung von Bürgersteigen. 
Regulativ vom 29. Juni 18802 (N. J.Bl. Nr. 150). 
Art. Jl. Zu den Kosten der Herstellung des Bürgersteiges mit Granit— 
platten und mit Gegenpflaster von Mosaiksteinen gemnäß 8 Ta der O.P.-V. 
vom 1. Mai 1880, die Unterhaltung der Bürgersteige betreffend, 
wird seitens der Stadtgemeinde eine Beihülfe von 4,50 Mark fuͤr das lausende 
Meter Granitbahn, einschließlich Gegenpflaster und sämmtlicher Nebenarbeiten 
gewährt. 
Art. Il. Dieselbe Beihülfe wird für die Pflasterung der Einfahrten in 
einer Breite vom 2 mm mit behauenem, kunstgerecht gelegten Reihenpflaster 
gemäß S Ib der gedachten O-P.«V. gewährt. 
Art. III. Die Beihülfe (Art. J und II) wird nur für dieienigen
	        
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