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Full text: Berolina / Straube, Benno (Public Domain)

6 St. Marienkirche. — Klosterkirche, 
die schon 1290 erwähnte St. Marien-Kirche (H. 6). Der 90 m hohe 
Turm wurde 1790 * erbaut. Das Innere. der Kirche ist 1893-94 
durch Blankenstein erneuert, so dass dieselbe nun die grösste und 
schönste Berliner alte Kirche ist. Schöner hoher Hallenbau mit 
schlanken Pfeilern und Kreuzgewölben. In der Vorhalle alter 
Totentanz in Sgrafitto. Jeden Mi 730 bis 830 Kirchenkonzerte, 
Eintritt frei — Links neben der Kirchentür ein steinernes Kreuz, 
welches 1355 zum Andenken an den hier erschlagenen Abt Nikolaus 
von Bernau errichtet wurde. Ferner das Luther-Denkmal, nach 
dem Entwurf von Paul Otto (+ 1893) von Prof. R. Toberentz, ent- 
hüllt am 11. Juni 1895. Es stellt den Reformator dar, umgeben 
von seinen Freunden und Helfern bei dem grossen Werk, am 
Sockel stehend Melanchthon und Bugenhagen, sitzend Spalatin 
und Crutziger, bezw. Reuchlin und Jonas. Vor den Treppen- 
wangen Franz v. Sikkingen und Ulrich v. Hutten. 
Sehr interessant ist ein Besuch der Städtischen Zentral-Markt- 
halle in der Neuen Friedrichstr. ıH 6), welche mit der Stadtbahn 
in direkter Verbindung steht. Geöffnet bis 1 Uhr mittags und 
5—8 (Sd bis C} Uhr abends, So bis 9 Uhr früh. 
Die Hauptverkehrsader der Altstadt ist die Königstrasse 
mit den Könizskolonaden von Gontard, 
In der ”:osterstr. Nr. 75 die Königl. Kunstschule (H 6) von 
Gropius. Ki:ter derselben das Rauch-Museum, enthaltend Modelle 
des Meisters : A. diejenigen zum Denkmal Friedrich des Grossen 
s, S. 11). 
Gegenüber (Nr. 36) die Kgl. Sammlung für deutsche Volkskunde 
's, S. 10). 
Das Gymnasium zum grauen Kioster (Nr. 74) wurde im Jahre 
1574 in den Gebäuden des ehemaligen Franziskanerklosters er= 
richtet, Im Erdgeschoss schöne, offene Kreuzgewölbe, 1903 von 
Hoffmann erneuert. — An der Mauer eine Gedenktafel für den 
Fürsten Bismarck. Die 
Klosterkirche (Nr. 73a), wurde 1290 im Bau vollendet und 
zeigt den formvollendetsten alten Chorsch!”"ss sowie altes Chor- 
gestühl. Siehe auch die auffallend grossen ”!osterziegeln“. Sie 
anthält Grabstätten fürstlicher Personen aus u." u V. Jahrhundert; 
1844 wurde der gotische Säulengang nach der Strasse zu erbaut. 
Die Parochialkirche (H 6) (bei Nr. 65) wurde 1695—1703 erbaut 
und ist der älteste Zentralbau Berlins. König Friedrich Wilhelm I. 
schmückte den Turm (mit Formen des sogen. Zopfstils) mit einem 
holländischem Glockenspiel (37 Glocken), welches zu vollen und 
halben Stunden erklingt; an Sonn- und Festtagen mittags ertönen 
sine halbe Stunde lang Choralmelodien. 
Von der Parochialstr. bis zur Stralauer Strasse, durchreichend 
bis Jüdenstr., das Berliner Stadthaus, von Hoffmann 1909 errichtet. 
Die Französische Kirche (Nr. 43) wurde 1726 erbaut und 1882 
‚eno viert.
	        
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