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Zille-Witze

Full text: Das Zillebuch / Ostwald, Hans (Public Domain)

pinscher‘‘: „Unter drei, Jährekin kommt der da drin nich weg. 
Junge, Junge — wie mußt du dir amüsiert hab’n!“ 
Doch hat Zille nicht nur auf den Gängen und in den Vor- 
räumen des Gerichts das Weit helauscht. Er hat auch in 
den Gerichtssälen allerlei gesehen und gehört, z. B., wie ein 
Angeklagter seinem für ihn vlädierenden Anwalt zuflüstert: 
„Herr Verteidiger! Sie müssen ooch mal zu die Je- 
schwor’nen rüberquatschen: fünf schlafen schon!“ 
Und auch hinter die Gitter hat er selbst geblickt — wenn 
auch nicht mit leiblichen Augen, so aber mit geistigen, mit 
künstlerischen. Die sehen ja manchmal weiter als die Augen 
im Gesicht: 
Der Zuchthausinspektor sagt zum Neuling: „Die Wolle ist 
schlecht gezupft!“ 
Sträfling: „Wenn Ihn’ meine Arbeet nicht paßt, dann 
kann ick ja jehen!‘“ 
Da haben wir schon einen kräftigen sozialkritischen Witz. 
Davon gibt's eine Menge. Einmal fragt Zille: 
Wo aber ist die Sonne? 
„Mutta, Erna heilt wie ’n Boomaffe, se heert janich mehr 
uff!“ 
„Halt’ se in de Sonne, det se trocknet!“ 
Überhaupt neckt Zille auch gern die „Grünen“, die 
„Blauen“, die Polizei, wie in der Plauderei in der Bodega: 
Der Spitzel: „Nein, mein Lieber, hab’n Sie ’ne Ahnung von 
de Polizei, wir brauchen Verbrecher. Wenn wir keine hätten, 
dann müßten wir se machen; wovon soll’n wir denn sonst 
leben!“ 
Der ängstlichen Exzellenz, die wohl mit Schrecken an 
die Fabel von dem Bramarbas und dem furchtlosen Barbier- 
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