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Zille-Witze

Full text: Das Zillebuch / Ostwald, Hans (Public Domain)

Die Patientin hatte die Sachlichkeit des Arztes als ber- 
linische Redewendung aufgefaßt. „Würmer‘“ — das sind 
nicht nur Parasiten des menschlichen Körpers. Der Berliner 
bezeichnet Kinder ein wenir mitle; diem als „Würmer“. 
Ein anderer Scherz ist bitterer und weist auf die Ober- 
flächlichkeit und Herzlosigkeit mancher Frauen hin. Am 
Spreeufer steht eine -“Heflehende Dame. Ein Hinzukommen- 
der fragt: 
„Was ist denn passier!®” 
„Ach Jott, mein Mann is ins Wasser jesprung’n, mein 
Pompadour war mir in de Spree jefallen ‚U 
„Aber beruhigen Sie sich doch, Fren' Kann er denn 
schwimmen?“ 
„Nee, eben nich! Es sin ja die schwer’n Schlüssel drin!“ 
Und die Unerfahrenen neckt Zille: 
„Jroßmutter: der Bademeester sagt, hier verkehren Fremde 
aus zwei Hemisnphären, damit meint er wohl was recht Un- 
anständiges 
Über die unüberlegte Redeweise vieler Frauen, die unfrei- 
willig die größten Zweideutigkeiten sagen, äußert sich der 
Künstler: 
Die Schaffnerin und der „Arlhänger‘‘. 
„Bei mir vorne is voll! Lv“ Hintern is noch Platz!“ 
Und wie sie, die oft sich Zierenden, beim Arzt zum Natür- 
lichen und Sachlichen zurückkehren, verspottete er, indem er 
das Bild Seite 421 skizzierte. (Bild 217.) 
Wiederum weiß er auch ihre Eitelkeit zu verhöhnen, indem 
er von einer Wasserpartie erzählen läßt: 
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