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Aus Zilles Kindheit

Full text: Das Zillebuch / Ostwald, Hans (Public Domain)

Aus 
Zilles Kindheit.) 
Wie fast alle Menschen aus dem Volke, weiß Zille wenig 
von seiner Familie und seinen Vorfahren. Eines aber isi 
sicher: Er, der scheinh®r so ganz waschechte Urberliner, 
stammt nicht aus P-"n . % er aber durch und durch 
Berliner geworden ist. daran ist nicht zu zweifeln. Seine 
ganze Art ist berlinisch — spöltisch gegen sich selbst und 
gegen allerlei Auswüchse. besonders aber gegen Stärkere, 
ist er gefühlvoll mit den Schwachen. Und außerdem eignet 
ihm eine gewisse Lebhaftizkeit. Die aber hat er gewiß von 
seinen Vorfahren, die aus Sachsen stammen und gewiß auch 
böhmisches Blut in sich hatten. 
Am meisten weiß Zille von den Vorfahren „von Mutters 
Seite‘. Die Mutter hat zweifellos auch in seinem Leben ein 
wesentliches Quellengebiet seiner Begabung und seiner Künst- 
lerschaft und seiner ganzen Art gebildet. Wie ja im Leben 
vieler Künstler die Mutter entscheidend ist. Hier müßte es 
wirklich heißen: Suchet die Mutter! 
Allerdings scheint Zille nicht nur von der Mutter Gutes 
geerbt zu haben, sondern auch vom Vater. Er erzählt von 
ihm: 
„Der hatte Schmied gelernt. Auf der Wanderschaft fand 
er eine Stellung als Schlosser. Und als er in den siebziger 
Jahren nach Berlin kım gelang es ihm, bei Siemens anzu- 
kommen und dort an deu Morse-Telegraphen und ähnlichen 
Apparaten zu arbeiten. So hatte er sich in seiner Arbeitsweise 
Ohne besondere Lehre verfeinert und konnte schlielslich in 
') Zu diesem Kapitel ist besonders zu beachten das Kapitel „Zille 
als Künstler‘‘, in dem schon manches von seiner Kindheit gesagt ist.
	        
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