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Der fünfte Stand

Full text: Das Zillebuch / Ostwald, Hans (Public Domain)

Ihre Hauptspeise wird durch diese Frage enthüllt: 
„Wat Jiebt’s heite, Kleener?““ 
„Blauen Heinrich!‘ 1) 
Den mangelhaften Gehalt der Armensuppe kritisiert Zille 
in einem Zwiegespräch: 
„Entschuldigen Se, junger Mann!“ 
„Schad’t nischt, det macht keene Fettflecke!‘‘ 
So ist es deun kein Wunder, daß sie beim Auseinander- 
klauben der Müllhaufen begeistert rufen: 
„Liese, aus’n Kempinskihaufen en feiner Knochen! Det 
de det nich so ißt, det is zu fett! Vater hat noch’n Schluck 
Henkell Trocken!‘ 
Und andere, verschämte Arme bekennen: 
„Ich werde immer magerer und mein Hut wird immer 
fetter.“ 
Im Budikerkeller bekommt man aber auch oft zu hören, 
daß es manchen dieser Bettelbrüder ganz gut gelingt: 
„Heite dreimal warmes Mittagbrot und sechsmal feine be- 
legte Stullen gekriegt. Wenn ick nu nich bald uffhöre im 
Westen zu betteln, muß ick wirklich bald zu arbeeten an- 
fangen!‘ 
Und Erfahrene geben im Hammelkopp-Keller die weise 
Anschauung weiter: 
„Junger Künstler — Kunst ist — wenn Sie noch jeden Tag 
Ihren Hammelkopp haben und sich satt essen können — wie 
unser Nachbar hier — —"“ 
') Eine Gefängnissuppe aus Hülsenfrüchteu, Reis usw.
	        
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