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3. Abschnitt. Das Beweismaterial gegen Koschemann

Full text: Paul Koschemann 1897-1907 (Public Domain)

Die unverehelichte Schinke hat die verdächtige Person, 
die ein hinten zusammengeschnürtes Waschstoffjakett und 
einen kleinen weichen Filzhut trug, gesehen, als diese die 
Kiste am Kriegerdenkmal in Fürstenwalde absetzte und sich 
dabei nach allen Seiten umsah, ob sie beobachtet wurde. Auf 
den linken Arm geschoben trug sie ein dunkles, an +Enden 
zusammengeknotetes Tuch. Ehe sie dann in trippelnder 
(jangweise in der Eisenbahnstrasse in der Richtung zur Post 
ging, fuhr sich die Person in auffallender Weise mit beiden Händen 
hinten an die IIaare. Denselben eigentümlichen Haargriff hat 
die Zeugin an Koschemann beobachtet, als er auf dem Ge- 
richtsflur vorbeigeführt wurde, was sie auch sofort dem Richter 
mitteilte. Der Gang und die ganze Erscheinung Koschemann’s 
erschienen ihr genau so wie der jener Person, die sie zuerst 
für ein verkleidetes Mädchen gehalten hatte, Koschemann 
hat auch früher wiederholt die charakteristische Eigentümlich- 
keit gezeigt, sich vorn über die Backe und das Ohr hinweg 
in die Haare zu fahren. 
Frau Stadtsekretär Sterngräber hat die verdächtige Per- 
son, die ein mit einer Schnur zusammengehaltenes Wasch- 
stoffjakett. und einen weichen eingeknickten Filzhut trug und 
die ein zusammengeknotetes Tuch unter dem Arm hielt, vor 
3 Uhr in der Eisenbahnstrasse gesehen. Sie hielt diese dem 
Gange nach für ein verkleidetes Mädchen. Nach Gegenüber- 
stellung mit Koschemann hat sie erklärt, dass dieser der 
Figur und dem Gange nach sehr wohl mit jener Person 
identisch sein kann. Die Haare sind ihr bei dieser länger 
und mehr dunkelblond erschienen. Sie glaubt, dass Kosche- 
mann damals eine Perrücke getragen hat. 
Der Buchhalter Corvinus sah vom Koupee aus auf dem 
Bahnhof in Fürstenwalde, wie eine Person mit mädchenhaftem 
(ang und starken Hüften schnell in den Zug stieg. 
Er kann sich der Person nicht mehr genau erinnern, er 
rlaubt aber, dass sie breitere Hüften und mehr mädchenhafte 
Bewegungen hatte als Koschemann. 
Der Professor Pringsheim sah auf dem Bahnhof in 
Fürstenwalde eine mit einem Waschstoffanzug bekleidete 
Person, deren Gesicht weiche Züge zeigte und die für einen 
Mann auffallend breite Hüften und einen weibischen Gang 
hatte, in den Zug einsteigen. Er hielt die Person, die ein 
Bündel unter dem Arm trug, das wie ein unordentlich zu- 
sammengelegtes Tuch aussah, zuerst für ein verkleidetes 
Mädchen. Koschemann erscheint ıhm zwar der Figur nach 
grösser und weniger breit in den Hüften, andererseits sind 
dessen Nasse, Profil und Haare genau so. wie die jener Person.
	        
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