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Ein französischer Blaubart. (Landru)

Full text: Tiermenschen / Hyan, Hans (Public Domain)

Staatsanwalt und zeigte an, daß ihre Schwester, Célestine 
Lavile, verwitwete Buisson, seit dem August 1917 unter 
mysteriösen Umständen verschwunden sei. Sie habe sich 
damals gerade mit einem Hexrn name Georges Frémyet, 
einem Ingenieur, verheiraten wollen. Die beiden waren 
eines schönen Tages nach Gambais bei Houdan gefahren, 
wo sich der Geliebte ihrer Schwester eine Villa einrichten 
wollte. Von dort wäre Célestine nicht mehr zurückgekehrt. 
Aber noch zwei andere Frauen, die Au FJahre alte 
Witwe Collomb, ebenso wie die 38 jährige Marie⸗Therese 
MWarchadier waren auf die gleiche unerklärliche Weise 
verschwunden. Die letzte mit demselben Frémyet, die erste 
mit einem Kaufmann, der Guillet hieß. Und in beiden 
Fällen war der letzte Ausflug der Vermißten nach Gam— 
bais gegangen. Der Staatsanwalt beschäftigte sich mit der 
Geschichte und fand in der Tat in Gambais eine Villa, die 
den schönen Namen „Eremitage“ führte, auch wirklich 
ganz abseits vom Wege lag und von einem Herrn namens 
Dupont gemietet war, der sich nun aber seit geraumer 
Zeit da draußen nicht mehr hatte sehen lassen. 
Aber wie der Zufall spielt: etwa zwei Monate später 
bemerkte Fräulein Lacoste in der Rue de Rivoli einen 
Herrn, in dem sie Frémyet erkannte. Es liegt dieser Tat—⸗ 
sache, die dem Verbrecher zum Verderben wurde, ein 
Umstand zugrunde, der so wichtig ist für Landrus Cha— 
rakterisierung, wie er von höchster Bedeutung für die Be— 
urteilung der verbrecherischen Intelligenz überhaupt ist ... 
Landru, das zeigt sein Porträt ohne weiteres, ist ein 
ungewöhnlich markanter Typ: das dunkle, eiskalte Auge 
unter den Augenbrauen, die ein französischer Journalist 
„aufgeklebt‘“ nannt seine enorme Glatze, die kein Hut 
völlig deckte, und der wohlgepflegte, schwarze Vollbart, 
der die anthropoide Kinnpartie wohltätig verbarg; der 
lauernde, ja unheimliche Blick seiner oft halbgeschlossenen, 
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