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Eine Bestie. (Der Frauenmörder Karl Großmann)

Full text: Tiermenschen / Hyan, Hans (Public Domain)

kommt, bei denen es ihnen gelingt, straflos auszugehen.) 
Für sein letztes Vergehen erhielt Großmann 15 Monate 
Zuchthauf 
Auch das konnte den alten Gewohnheitsverbrecher 
nicht schrecken, in dem natürlich durch die unfreiwillig 
lange, geschlechtliche Enthaltsamkeit die tolle Brunst immer 
mehr gesteigert wurde. Er verübte, kaum daß die Tore 
des Zuchthauses sig ym wieder geöffnet hatten, an einem 
Tage zwet schwere18vorbrechen, indem er vor⸗ 
mittags ein zehnjähr;. Wxdchen mißbrauchte, ohne 
gewaltsamec? Vorgehen, und am Nachmittag desselben 
Tages ein flein⸗s, vierjähe: gas Kindchen derart quälte und 
verwundete, daß es noch mehrmaliger Oyeration an den 
Folgen der Tat verstarb. Leider trat der Tod der kleinen 
Dulderin erst nach geschehener Verurteilung des Un— 
züchtlers ein. Sonst wäre er nicht mit 15 Jahren Zucht— 
haus davongekommen, sondern wäre wegen Sittlichkeits— 
deliktes mit Todeserfolo lebenslang eingesperrt worden. 
Die Tat geschah am 21. April 1899. Verurteilt wurde 
Großmann in Hof in Bayern am A. Oktober. Er hat 
seine Strafe im dortigen Zuchthaus verbüßt, und seine 
Akten weisen eine sehler unabsehbare Veihe von Diszipli— 
narstrafen (55) auf. Nun ist ja nicht zu leugnen, daß 
Unzüchtler, vornehmlich solche, die Kinder mißbraucht und 
bei ihren Vornahmen womöglich getötet haben, in den 
Zuchthäusern und Gefängnissen besonders hart angefaßt 
werden. Zeigen doch die übrigen, die Eigentumsverbrecher 
besonders, selbst einen mit Mißtrauen gemischten Wider— 
willen gegen den Unzüchtler. Aber es ist gar keine Frage, 
daß der nicht nur asoziale, nein antisez'ꝛle Großmann, 
dessen krankhafte Erregbarkeit vor jedem Findernis auf 
seiner Lebensbahn sich schäumend aufbäumte, hier in dem 
bayrischen Zuchthaus, wo wahrscheinlich die Disziplin
	        
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