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Eine Bestie. (Der Frauenmörder Karl Großmann)

Full text: Tiermenschen / Hyan, Hans (Public Domain)

mißhandelt den Wirt, der ihm nichts einschenken will; 
er lärmt erregt Auflauf und wirfft sich schäumend zur 
Erde, da man ihn verhaeften wirß In den Alten steht: 
er verstellt sich. Als er nömin bei einer solchen Ge— 
legenheit ohnmächtig zusammenAunkt ... Ach nein! bei 
einem so exaltierten Alkoholexzedenten ist von Verstellung 
keine Rede! Die Simulation erfordert alle Mal ein hohes 
MWaß von Geschlossenheit. Die vollständig gelösten Hem— 
mungen des Trunkenen sind ihrer innersten Natur nach 
nicht imstande, die Fiktion irgendeines, dem Wirklichen 
entgegengesetzten Zustandes festzuhalten; ja, selbst der Ent⸗ 
schluß zur Simulation bedarf bei seiner Fassung einer 
inneren Festigkeit, die dem Trinker gänzlich fehlt ... 
Aber freilich, wie sollte man von unserer heutigen Juris— 
prudenz oder Polizei die Kenntnis solcher Thesen und 
ihre entsprechende Anwendung verlangen. 
Vom 33. bis zum 36. Lebensjahre mußte Groß— 
mann dreimal hinter die eisernen Gitter. Zuerst wegen 
eines in Deutschland nicht so häufigen Delt““, wegen 
Sodomie. 
In der Nacht zum 3. Januar 1896 wurde eine 
Gärtnersfrau durch das laute und, wie sie aussagte, ganz 
menschliche Schmerzensgeschrei ihrer Ziege geweckt. Der 
Gärtner sah nach und fand einen Wann, offenbar einen 
Landstreicher, im Stall neben seiner Ziege liegen. Obwohl 
Großmann wie gewöhnlich alles in Abrede stellte, nahm 
das Gericht doch widernatürliche Unzucht als erwiesen 
an und verurteilte ihn zu 10 Monaten Gefängnis. 
Im nächsten Jahr, gleich nach seiner Entlassung, 
wurde er abgefaßt, als er sich mit einem zwölfjährigen 
Mädchen zu schaffen machte, wobei es allerdings nicht zu 
Gewalttätigkeiten kam. (Hierbei ist zu bemerken, daß bei 
solchen Wüstlingen auf einen Unzuchtsakt, bei dem sie 
ergriffen werden, eine ganze Anzahl ähnlicher Delikte 
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