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Ein französischer Blaubart. (Landru)

Full text: Tiermenschen / Hyan, Hans (Public Domain)

holt von der Schneiderin das Kleid, das sich die Getötete 
für die Hochzeit mit ihm bestellt hatte. 
Sieht da? nach Reue und Gewissensbifssen aus? 
Und doch, mit welch entslicher Augst mag Landru 
an den Nachlaß der ersten piellaicht jener Madame 
Cuchet, herangegangen soin BVei dieser hatte er die 
Schwierigkeit, daß er auch noch hren Jungen, den blonden 
André, beseitigen mußte. Wie mag er da umhergelaufen 
sein und sich selber Mut zugesprochen, alles überlegt und 
sich zurechtgestellt haben. Sie war zu ihm hinausgezogen 
nach Vernouillet mit ihrem Kinde, draußen blieben auch 
ihre eben nicht sehr kostbaren Einrichtungsgegenstände, 
die später den Gerichtssaal schmückten. Zuerst mag dies 
Mobiliar dem WMörder unendlich lästig geworden sein. 
Aber als die zweite Frau unter seinen Krallen ver— 
— D 
bereits Gegenstände «uub zia fie in die Rolle des 
„Möbelhändlere 5 len. 
Ist es wire der Kri At aller seiner 
Wirrni?, seiner p5 nerdruanc xInd leichter ent— 
schuldeten Pflichte dcar VBeamten gewesen, der 
diesen Mordmensch Iahre, vielleicht noch viel 
länger wüten lich aug der millionenfache Tod auf 
den Schlachtfeldern Gehirne, wie das Landrus, mit 
doppeltem Blutrausch füllte, ist für mich unbezweifelbar! — 
Oder hat der Mangel jeder, ja gewiß lästigen MWeldepflicht, 
die es in Frankreich nicht gab, da das Seine beigetragen? 
Seltsam ist ja auch, daß fünf Jahre vergehen mußten, 
ehe die vielen Verwandten der Getsöteten sich so nach— 
drücklich, wie die kleine Lacoste, an die Polizeibehörde 
wandten ... Aber freilich, während des Krieges hatten 
die Menschen noch mehr als sonst mit sich selber zu tun! 
AÄbrigens wird Landru durch dieses Nichtentdeckt-— 
werden von unglaublicher Unverschämtheit. Er verkehrt 
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