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Die Falle

Full text: Berliner Gauner / Klaußmann, Anton Oskar (Public Domain)

meinem Piepmatz Futter mitzubringen. So'n Tier 
hat's doch zu schlecht, wenn's bei'n Junggesellen in 
Kondition is! Woll'n Sie mir nich vor'n Groschen 
Vogelfutter geben, Spitz- und Rübensamen, junge 
Frau!“ 
Frau Krause begab sich mit dem Kunden nach 
dem Keller herab, wo sie ihm das Gewünschte ver— 
abreichte. Er machte noch einige scherzhafte Be— 
merkungen über seine Vergeßlichkeit, auf welche die 
Witwe indes nicht weiter einging, dann entfernte 
er sich. 
Es war am nächsten Abend um dieselbe Zeit, 
und Frau Krause saß in ihrem Keller und beschäf— 
tigte sie; rcm Strickstrumpf, als der Kunde 
vom Abean ricr wieder erschien und sich ein 
Stearint! Funfzehn Pfennig ausbat. Er war 
ein Me— isqange der Dreißiger, mit schwarzem 
Vollbar: it einem Paar höchst treuherziger 
und frateee drcunblickender Augen. Die Laden— 
inhaberis * den einfach gekleideten Mann 
heute abend ,nar an und fand, daß er ein ganz 
hübscher, c: auosehender „Kerl“ sei. Sie war 
daher gar 2ꝛh nangenehm überrascht, als am 
dritten Abend der ncu Hitnde wiederkam, um ein 
Stück Seife zu kaufen, und desalb trat sie auch 
einigermaßen aus ihrer Rescet crare, als er ihr 
mitteilte, daß er Werkführen cinct benachbarten 
Metallwarenfabrik sei und ihn jeden Abend nach 
Arbeitsschluß sein Weg hier vorüberführe. Er
	        
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