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Die Falle

Full text: Berliner Gauner / Klaußmann, Anton Oskar (Public Domain)

ein aufmerksamer Beohachtor nichts Auffälliges an 
ihr gefunden hätte 
Draußern in der Arbeitervorstadt, schon ziemlich 
entlegen von den weiten Kreisen des großstädtischen 
Verkehrs, liegt eine einsame Straße, und in dieser 
hat seit einiger Zeit die Witwe Krause in einem 
Keller ein „Mehl- und Vorkostgeschäft“ errichtet, 
das indes sich von seiten der Nachbarschaft nicht 
allzugroßen Zuspruchs erfreute. Die Geschäfts— 
inhaberin bewarb sich nicht besonders um die Gunst 
der Kunden, und gerade die inen Leute“ ver— 
langen eine besonders entgenc wmende Behand— 
lung, bestände dieselbe auch nur in Gesprächigkeit 
und dem guten Willen, sich etwas erzählen zu lassen. 
Frau Krause war aber gewöhnlich sehr kurz an— 
gebunden, war knayp mit Maß und Gewicht und 
deshalb bei den Arbeit frauen wenig beliebt. Per— 
sönlich war si. eine Frau in den besten Jahren, 
über die erste ugendblüte hinaus, aber „doch nicht 
so ganz ohne“, wie der Berliner sagt. 
Wern sie gegen Abend so in malerischer Pose 
oben an de Eingangstür zu ihrem Kellergeschäft 
—A 
recht freuntlichen Blick zu — und auch der nicht 
übel auss Mann, der soeben vorüberging, schien 
sie bern aben, denn er sah sich noch einmal 
um, besar einen Augenblick, kehrte zurück und 
sagte harmlos. 
„Jotte doch! Beinah hätte ich wieder vergessen, 
klaußmann, Berliner Gauner.
	        
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