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Der "Zock"

Full text: Berliner Gauner / Klaußmann, Anton Oskar (Public Domain)

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auf die geringsten Einzelheiten. So ist z. B. der 
„Schlepper“, der nach dem Bahnhofe geht, um dort 
einen Provinzialen einzufangen, in einen Anzug 
gekleidet von der Einfachheit in Schnitt und Farbe, 
wie sie die Mode der Provinz aufweist. Er trägt 
ein Gepäckstück und sucht sich im Augenblicke der 
Ankunft des Zuges mit geübtem Blick sein Opfer 
aus. Mit diesem sucht er irgendwie zusammenzu— 
kommen und sei es selbst dadurch, daß er den 
Fremden anrennt. Dann entschuldigt er sich und 
fragt nach irgend etwas, was der Fremde nicht 
beantworten kann und ihn zwingt, zu erklären, daß 
er fremd sei. 
Das behauptet der „Schlepper“ auch zu sein. 
Man tritt darauf gemeinsam den Weg nach der 
Stadt an. Unterwegs erkundigt sich der „Schlepper“ 
bei jedem dritten Passanten, der ihnen begegnet. 
nach dem Wege, während er ruhig nach der „Klappe“ 
zusteuert, in der seine Komplizen sitzen. Er schützt 
plötzlichen Durst vor oder erzählt von einem Ver— 
wandten, der früher schon einmal in Berlin war, 
gehört zu haben, daß in dem Lokal, vor welchem man 
gerade stehe, ebenso vortreffliches als billiges Essen 
zu bekommen sei. Man steigt hinab und Schlepper 
und Geschleppter nehmen an einem Tische für sich 
Platz. Am Rebentische spielen zwei oder drei Herren 
um Geld. Der Schlepper sieht neugierig herüber, 
rückt immer näher und fängt an, zu pielen. Das 
Glück ist ihm auffallend günstig, er gewinnt 
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