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In der Kaschemme

Full text: Berliner Gauner / Klaußmann, Anton Oskar (Public Domain)

wird vielmehr sofort „veraast“, wie der Kunst— 
ausdruck bruta! genug lautet. 
Hin und wieder verläuft sich auch in solche 
Lokale ein Fremder, der keine Ahnung hat, in welcher 
Gesellschaft er sich befindet. Bei seinem Eintritt 
natürlich legt sich dumpfe Schwüle über die ganze 
Gesellschaft; er wird außerordentlich scharf beob— 
achtet, denn man fürchtet in ihm einen „Greifer“, 
einen geheimen Polizisten. Aber die Verbrecher 
haben eine merkwmürdig feine Nase, gewissermassen 
einen großartigen Instinkt, um harmlose Besucher 
von dem spionierenden Jeinde ut eearteescheiden. Es 
kommt ja aus mer de alpolizei im 
Lokal erschef aaaben an gewöhnlich 
nicht heimlis ondern gen —fen und meistens 
nur in Gestalt nes Pacmten. Wie bereits mehr—⸗ 
fach hier in dieser *nalistischen Antikeln erwähnt, 
herrscht ja zwishen der Berliner Kriminalpolizei 
und den Verbrechern ein gan? angenehmer, ja ge— 
radezu gemütlicher Ton, und ein einzelner Be— 
amter hat nichts zu fürchten, selbst wenn er sich 
mit einem unsicheren Wirt und fünfzig bis sechzig 
Verbrechern zusammen in demselben Lokale stunden— 
lang aufhält. Bei dem Erscheinen des Kriminal— 
beamten natürlich tritt eine gewisse Verlegenheit 
ein, denn jeder fürchtet, das Damoklesschwert der 
Verhaftung könne auf ihn herabfallen. Jeder von 
den Anwesenden hat ja eine neue Tat aus letzter 
Zeit auf dem Gewissen, die er eventuell „verpfiffen“,
	        
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