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In der Kaschemme

Full text: Berliner Gauner / Klaußmann, Anton Oskar (Public Domain)

duldet, und daß er hier auf musterhafte Ordnung 
hält. 
In der „Kaschemme“ erscheinen gewöhnlich um 
die Mittagsstunde auch diejenigen, welche der Ge— 
hilfen zu irgendeinem geplantenr Verbrechen be— 
dürfen. Nur wenige der „schwersten Jungen“, d. h. 
der bedeutendsten Verbrecher, nur wenige Einbrecher 
betreiben ihr „Geschäft“ allein Es sind dies hoch 
über ihren Genossen stehende Individuen, welche 
eine solche Verwegenheit und eine solche Routine, 
nebenbei auch einen solchen verzweifelten Mut be— 
sitzen, daß sie ohne Gehilfen „arbeiten“. Allerdings 
gehen diese Herren sehr sicher; sie machen sich nur 
an „Geschäfte“, die vorher genau „ausbaldowert“ 
sind, und gewöhnlich pflegt der Profit, den sie dann 
einstreichen, so reich zu sein, daß sie ruhig monate— 
lang sich der „Ausbaldowerung“ eines neuen groß— 
artigen Einbruchs widmen können, weil sie ge— 
nügend zu leben haben. 
Zumeist aber werden nicht nur Einbrüche, sondern 
Diebstähle, Betriereien usw. stets von mehreren 
Komplicen ausgeübt, die dabe' bekanntlich ver— 
schiedene 5 tionen haben, wie LV. Wache stehen, 
dem Publit Sekannt unter dem Namen „Schmiere 
stehen“, das Auskundschaften oder „Baldowern“, 
das Besorgen von Dietrichen und Einbruchswerk— 
zeug, dem „Schränkzeug“ usw. Direkt nach der 
„Kaschemme“ begeben sich auch diejenigen Mit— 
glieder der Zunft, die soeben aus dem Gefängnis
	        
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