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Eine Nacht auf dem Molkenmarkt

Full text: Berliner Gauner / Klaußmann, Anton Oskar (Public Domain)

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überhaupt in Haft bleiben soll oder nicht, ob er 
bloß für die nächsten Tage vielleicht festgehalten oder 
sofort zu dem in früher Morgenstunde nach dem 
Kriminalgefängnis zu Moabit hinausgehenden Trans⸗ 
port gehören *AM. 
Hier spielt sich manches Wiedersehen zwischen 
alten Stammgastverbrechern und dem Kommissar 
ab, und hier entwickeln sich gleichzeitig diese Geistes— 
kämpfe zwischen leugnenden Verbrechern und in— 
quirierenden Beamten. Der Ton ist im allgemeinen 
ein freundlicher, ja man möchte sagen, ein gemüt— 
licher, und dem Herrn Kommissar, der so mar— 
tialisch dreinschaut, sieht man es gewiß nicht an, 
daß er im nächsten Augenblick zu dem in so vor— 
trefflicher Pose neben ihm stehenden Verbrecher 
sagt: 
„Ei, mein Häschen, Sie werden mich doch nicht 
für so dumm halten, daß ich Ihnen das glaube?“ 
worauf das „Häschen“ lächelnd die Achseln zuckt 
und sagt: 
„Ich kann nicht anders, als wie die Wahrheit 
sagen!“ und dann weiter flott darauf los lügt, 
daß sich, um einen Volksausdruck zu gebrauchen, 
die Balken biegen. 
Diese Vernehn wgen aeschehen ziemlich rasch, 
weil die Beamten „r. And. Das Proto— 
koll wird schließla, brgeleseke ad von dem Ver— 
hafteten unterschrieben. Dann wird dieser hinaus— 
gebracht und in den Gewahrsam der Kriminalpolizei,
	        
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