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Berliner Nachtcafés. Eine Skizze nach dem Leben

Full text: Berliner Gauner / Klaußmann, Anton Oskar (Public Domain)

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„Wünschen Sie etwas von mir?“ fragte er höf— 
lich den Beamten. 
„Ja, lieber Fischer,“ entgegnete dieser, „ich 
erwarte Sie schon. Sie müssen mitkommen, ich 
muß Sie verhaften.“ 
„Nanu,“ sagte Fischer doch etwas betroffen, 
„was ist denn los?“ 
„Das werden Sie wohl selbst wissen,“ entgegnete 
der Beamte, „trinken Sie aus und bezahlen Sie 
und dann wollen wir unauffällig weggehen. Sie 
werden doch, hoffe ich, nicht Skorum machen?“ 
„J‚ wo werde ich denn,“ sagte Fischer ganz ent— 
rüstet darüber, daß ihm der Beamte ein unpassendes 
Benehmen zutraute, „aber um was handelt es sich 
denn?“ 
„Fischer, Ihr habt gestern wieder einmal einen 
Freier geschoben und einen Provinzialen ordentlich 
ausgeplündert. Tun Sie doch nicht so verwundert!“ 
„Na, diesmal bin ich doch nicht so schuldig, wie 
Sie glauben. Da sind andere Leute viel mehr als 
ich beteiligt!“ 
„Na,“ entgegnete der Beamte gutmütig, „das 
wird sich ja herausstellen und je weniger Sie schuldig 
sind, desto besser für Ciec.“ 
„Ich weiß nicht, ich habe doch jetzt verteufeltes 
Pech,“ sagte Fischer ganz resigniert, „lassen Sie mich 
wenigstens noch auf den UÜrger einen Likör trinken, 
dann komme ich mit.“
	        
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