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Berliner Nachtcafés. Eine Skizze nach dem Leben

Full text: Berliner Gauner / Klaußmann, Anton Oskar (Public Domain)

12—* 
Mahlzeit, die er in der Freiheit genießen könne und 
auf diese paar Minnten könne es nicht ankommen. 
Der Beamte schlug ihm dies ab und da der Ein— 
brecher nicht sofort aufstehen konnte, faßte er ihn 
an, um ihn mit Gewalt aufzureißen. Das brachte 
den Menschen so in Wut, daß er das Messer, das 
er in der Hand hielt, dem Beamteu in die Brust stieß.“ 
„Und führen Sie nicht Waffen bei sich?“ fragte 
ich weiter. 
„Nein,“ erkärte der Veamte, „nur in äußerst 
seltenen Fällen wenn es sich um die Aufhebung 
ganzer Banden hande? ?ragen wir Beamte einen 
Revolver bei uns Vei gewöhnlichen Dienstver— 
richtungen, wie z. B. jetzt, führen wir nichts bei 
uns, was eine Waffe genannt werden könnte. Das 
einzige, was wir bei uns führen, ist eine starke 
Schnur mit zwei Querhölzern, die als Knebel dient. 
Diese Schnur wird um das rechte Handgelenk des 
Verhafteten, dem man einen Fluchtversuch zutraut, 
gelegt, der Beamte Ant den Knebel in die Hand 
und kann so selbst am hellen Tage den Verhafteten 
ganz unartfällig durch die Straßen führen. Aber 
da ist ja Freund Fischer! He, Fischer,“ sagte der 
Beamte und rief einen ungefähr fünfunddreißig— 
jährigen Menschen an, der mit etwas schäbiger 
Eleganz gekeidet war und das Cafe betrat. 
Fischer zog grüßend seinen Hut, nahm auf einen 
Wink des Beamten Platz und bestellte sich eine 
Tasse Kaffee.
	        
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