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Berliner Nachtcafés. Eine Skizze nach dem Leben

Full text: Berliner Gauner / Klaußmann, Anton Oskar (Public Domain)

so töricht sein, eine Szene zu veranlassen, bei der 
er am schlechtesten forsüme, Es ist ein sonst ganz 
verständiger Mensch, dem nur vorzuwerfen ist, daß 
er falsch spielt, und es ist ihm gelungen, gestern 
wieder einen Freier ordentlich zu schieben.“ 
Dann trank der Beamte langsam seinen Kaffee 
aus und metwalte Zahlen vor sich hin. „Hundert— 
undzwanzin hundertundvierundzwanzig, hundert— 
undachtundzwanzig, hundertunddreißig, hundertund⸗ 
vierzig sind es!“ 
„Was gibt es denn?“ fragte ich erstaunt. „Hun— 
dertundvierzig Menschen im Lokal?“ 
„Nein,“ entgegnete er, „wir haben die Ehre, mit 
hundertundvierzig Jahren Zuchthaus und Gefängnis 
zusammen in diesem schön dekorierten Saale zu 
sitzen. Eher ist es mehr Zuchthaus als weniger.“ 
„Aber ich bitt; Sice“ sagte ich erstaunt, „wie 
ist denn das 65 „Alle diese anständigen 
Menschen, die 
„Jawohl,“ unterbrach mich der Beamte, „alle 
diese anständigen Menschen, die Sie hier sehen, sind 
durchaus nicht ebenso auständig von Charakter, wie 
man ihrer Kleidung nach annehmen könnte. Sehen 
Sie an jenem Tisch da drüben die vier elegant ge— 
kleideten Herren Wofür halten Sie dieselben?“ 
„Ick halt sür Juristen, die zum Assessor— 
examen in Berlin sind und die Zeit des Assesso— 
randentums dazu benutzen, um noch einmal ordent⸗ 
lich durchzugehen.“
	        
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