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Die Einbrecherpraxis

Full text: Berliner Gauner / Klaußmann, Anton Oskar (Public Domain)

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Aus der Küche des Dorfwirtshauses führte, etwa 
in Mann:?höhe von der Erde entfernt, ein Fenster 
auf die Steaße, welches zwar angelehnt, aber von 
innen nicht verriegelt war. In dieses Fenster stieg 
einer der Einbrecher, indem er auf den dargebotenen 
Rücken eines seiner Genossen trat, und kroch im 
Finstern über einen vor dem Fenster stehenden, mit 
Gläsern und Geschirr bedeckten Tisch, ohne auch 
nur das geringste hinabzuwerfen Von der Küche 
gelangte er auf den Hausflar And von da in die 
Schenkstube, wo jetzt zehn Vir?höndler — vier waren 
nämlich noch am Abend angekenemen — nebst sechs 
Hunden auf der Streu lagen. Diese Hunde, wohl 
an den Verkehr in Wirtshäusern gewöhnt und dazu 
angehalten, nicht das Haus zu bewachen, sondern 
das Vieh auf dem Transport zusammenzuhalten, 
gaben kein Zeichen, als der Dieb intrat. Dieser 
schlich sich auf allen vieren erst nach dem Kamin, 
in welchem noch etwas Kien glimmte und das 
Zimmer notdürftig erhellte. Er löschte den Kien 
vorsichtig aus und schlich dann auf den Zehen in 
den Alkoven, um den Schlüssel zu dem Holzkasten 
zu suchen, in dem er die Geldkatzen vermutete. Er 
streifte mit aller Vorsicht hart am Bett vorüber, 
in welchem der Krugwirt mit seiner Frau schlief, 
und bemerkte den Riemen einer Geldkatze, der aus 
dem Bett heraushing. Er untersuchte vorsichtig die 
Bettstatt und fand, daß sich sämtliche Geldkatzen 
unter dem Kopfkissen befanden, auf welchem die
	        
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