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Die Einbrecherpraxis

Full text: Berliner Gauner / Klaußmann, Anton Oskar (Public Domain)

es gelingt ihnen in der Regel, sich durch eine Hinter— 
tür oder eventuell durch ein Fenster zu retten. 
Um die vorstehenden Ausführungen zu vervoll— 
ständigen, ist es auch notwendig, verschiedene Arten 
von Einbrüchen anzugeben, die seltener vorkommen. 
Eine dieser Einbruchsarten heißt „mit der Pleite 
handeln“. Sie besteht darin, daß einer der Genossen 
sich am Tage in das betreffende Geschäft oder Haus 
einschleicht, sich auf dem Boden, im Keller oder 
einer dunklen Treppe versteckt, um von innen die 
Offnung der Tür oder des Fensters so weit vor— 
zubereiten, daß die Genossen, die zu bestimmter Zeit 
eintreffen und durch leise gewechselte Signale ihre 
Anwesenheit kundgeben, mit Leichtigkeit eindringen 
können. 
In den Häusern auf dem Lande, die keine allzu⸗ 
festen oder gar keine Fundamente haben, finden 
Einbrecher dadurch Eingang, daß sie unter der Haus— 
türschwelle ein Loch ausgraben, das direkt in den 
Hausflur hineinführt und durch welches ein Mann 
hineinschlüpfen kann. Diese Art heißt einen .Unter— 
kabber machen“. 
Eine besondere Art von Praxis wird auch da 
angewendet, wo eiserne Fenstertraillen vorhanden 
sind, die der Laie wohl für einen genügenden Schutz 
halten mag, weil er aus Kriminalromanen für ge— 
wöhnlich gelernt hat, daß diese Traillen mit feinen 
Sägen oder Feilen mühsam durchgearbeitet werden 
müssen. Auf solche Umständlichkeit aber läßt sich der
	        
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