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Die Einbrecherpraxis

Full text: Berliner Gauner / Klaußmann, Anton Oskar (Public Domain)

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gehört vor ilen; der Krummkopf, auch „Rebmausche“ 
genann“ (dies oben eine hakenförmig ge— 
krümm“— en Ende *förmig abgeflachte 
Brechstange von ungefähr c Zoll Länge und 
11,, Zoll Dicke. Das Instrument muß von be— 
sonderen, mit den Verbrechern im Einvernehmen 
stehenden Eisenarbeitern angefertigt werden, da es 
sonst im Handel nicht zu haben ist. Außer diesem 
Krummkopf führen die Einbrecher noch ein kurzes 
Brecheisen mit sich, welches in Berlin den charakteri— 
stischen Namen, Lude“ führt. Der Bohrer, „Brunger“ 
genannt, hat einen Handgriff von ungefähr ein Fuß 
Länge, der auf der einen Seite keilförmig zugespitzt 
ist und den Namen „Vorleger“ führt. Dieser Vor— 
leger dient dazu, um Sisten und Kasten zu öffnen, 
nachdem mit dem Stemmeisen die erste kleine Fuge 
gemacht worden durch die der Vorleger hinein— 
geschoben werden kann. Außerdem gehört zum 
Schränkzeug eine Kneipzange (,„Beißer“), ein Stück 
Wachslicht, mehrere Säcke, um das gestohlene Gut 
fortzubringen („Kissimer“), ferner eine Axt („„Mühl— 
kracher“) und endlich die bereits erwähnte „Kaffee— 
mühle“. Dieses Schränkzeug ist ebenso wie sämt— 
liche Dietriche, die den Namen „Schaß Klamonis“ 
führen, gemeinschaftliches Eigentum der Einbrecher— 
gesellschaft, welche in der Gaunersprache , Chawrusse“ 
genannt wird. Die einzelnen Mitglieder, die ‚Chaw— 
ren“, wählen ein Oberhaupt, welches den Titel
	        
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