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Falsches Papiergeld

Full text: Berliner Gauner / Klaußmann, Anton Oskar (Public Domain)

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Schritt ... die Tür wurde geöffnet: Gehler selbst 
mit seinem ehrwürdigen grauen Bart, die Petroleum— 
lampe in der rechten Hand, stand vor den Beamten. 
Diese hatten natürlich, als die Tür geöffnet 
wurde, durch Einschieben der Füße in den Türspalt 
verhindert, daß dieselbe wieder geschlossen werden 
konnte, indes diese Vorsicht war überflüssig. Gehler 
war wohl im ersten Augenblick jäh zusammengezuckt, 
denn er hatte sofort die Beamten erkannt, dann 
wendete er sich aber ruhig nach der Wohnung zurück 
und rief seinen Komplicen zu: 
„Seid ruhig, Jungens, die Polente“) ist da! 
Treten Sie näher, meine Herren! So früh haben 
wir Sie allerdings nicht erwartet!“ 
Er ging voran und ließ die Beamten aus der 
Küche direkt in die Wohnstube treten, wo sich ihnen 
ein wunderbarer Anblick darbot. 
In der Mitte des ziemlich geräumigen Zimmers 
stand eine Kupferdruckpresse, neben dieser die Ma— 
schine zum Einprägen des Wasserzeichens in das 
Papier. Im Hintergrunde stand ein photographischer 
Apparat, ferner ein Tischchen mit Chemikalien, 
Farben, Platten uswp. Durch das ganze Zimmer 
waren Bindfäden gezogen, und über diesen hingen 
zum Trocknen die fertig gedruckten Bogen mit je 
zehn Fünfmarkscheinen. 
„Polente“ ist der Verbrecherausdruck für Polizei, einzelne 
Polizeibeamte heißen „Lampen“.
	        
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