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10. Unter den Arbeits- und Heimatlosen Berlins

Full text: Berliner Polizei und Verbrechertum / Lindenberg, Paul (Public Domain)

Berliner Polizei und Verbrechertum. 
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Kolonie, zweit Rin der Kolonie auf Rechnung eines Tage— 
lohu zahlenden VUnternehmers, dem die Arbeitskräfte wie die 
—E den, während er fur Unterrichtung, Auf— 
sicht, WerAnge Beschaffung des Xehe crials und Absatz 
der Warcn zu sorgen hat, drittencdic Beschäftigung 
der Kolenisten außerhalb der Kole.. n Tagelohn. Die 
erstgenaunte Art ist ohne Frage die erstrebenswerteste, da die 
Kolonie hierbei am besten ihren erziehlicher Einfluß ausüben 
kann; die zweite ist die bequemste uund die dritte die lohnendste; 
trotzdem will man von den beiden letzten Fällen mehr und 
mehr absehen sobald die Vermögensverhältnisse der Kolonie 
bessere sind. Dic FinnaFß:nen derselben setzen sich aus den 
Beiträgen der etwa 507. Mitglieder des Vereins für die 
Berliner Arbeiterkolonie zusammen, aus einmaligen Zuwen— 
dungen ven (Wanern, aus Kollekten, Gelegenheitssammlungen 
und aus Lcin Ertrag der Arbeiten der Kolonisten. Im 
Ganzen erwerben sich zwei Drittel der Kolonisten, was sie 
dem Verein kosten, nämlich täglich 55 Pfennige, und außer— 
dem einen Überschuß von 35 Pfennigen bis zu 3 und 5 
Mark die Woche; einzelne haben es auch schon bis zu 8 Mark 
gebracht, während ein Drittel der Kolonisten ihre Kost nicht 
verdient. Aufnahme finden, um Übersullaung zu vermeiden, 
in der Regel nur salchce, die einen von einem Vereinsmit— 
— — 
werden au⸗ Ausnunhmen gemacht, falls Platz vorhanden ist 
und der 2. iden‘ cinen günstigen Eindruck erweckt. Die 
Eintretenden müsscu Fh verpflichten, einen Monat in der 
Kolonie zu verbleiben; jedem von ihnen wird ein Conto 
eröffnet, welches er persönlich stets am Sonnabend nachsehen 
kann. Erzielt er Überschüsse, so werden ihm dieselben bei 
seinem Austritt aus der Kolonie bar ausgezahlt, aber auch 
während er noch anwesend ist, kann er über dieselben frei 
verfügen, nur nicht zum Ankaufe von Spirituosen, die nie 
in die Kolonie gelangen dürfen. Hat der Kolonist vier 
Wochen in der Kolonie gearbeitet, so wird ihm gern ein
	        
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