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8. Die Schlupfwinkel der Verbrecher

Full text: Berliner Polizei und Verbrechertum / Lindenberg, Paul (Public Domain)

Berliner Polizei und Verbrechertum. 
sein erwegten nnd ärkten, daß sie nicht ganz in der Mil— 
lionenstadten a nd es auch für sie Stätten giebt, 
die zu ihrcn Wohlfahrtssinu und private 
Mildthätig 
Haben wir u 8die nächtlichen, zu Woh— 
nungtzuttn tdicntata eeetwinkel der Verbrecher an— 
geführt, so erubrigt es uns nech ihre anderen Aufenthalts⸗ 
und Versammlungsorte zu betrachten. Über diese bestehen 
im Publikum die seltsamsten Berunnngen, und der Phan— 
tasie wird hier der freieste Spiru gelassen in dem Er— 
denken und Ausmalen der gehennaealsten, von allem 
Schauer des Unheimlichen umngebentn Ärtlichkeiten, aus 
denen die übrigen Sterblichen, .l8 Je cuf irgend eine 
Weise überhaupt hineingelaugt sind, nur wit Gefahr ihres 
Lebens wieder hera: kcrancn. Mieac falscher als das! 
Das moderne Berlin 7 nichts von Avcrirdischen Ver⸗ 
stecken, von Höhlen und Fallthüren, von nur auf Schleich- 
wegen zu erreichenden Zufluchtsorten, wo die gestohlenen 
Schätze verborgen liegen und neue verbrecherische Pläne 
ausgebrütet werden, von Diebsspelunken mit Doppelwänden, 
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welcheẽ? a⸗t Foe Unterkunft gewäbrlt, beherbergte in 
jedem der —RD 900 Menschen, ĩ. diese Ziffer steigt 
fortwährenb. * richt duüßert darüber: „Die 
Reinlichkeit unn di Orr ui den Anstaln?Aumen, die Gelegenheit 
unentgeltlicher Reimgaung ves Körpers . Aleider, die Abend— 
und Morgenverye cung ꝛc. konnten noturgemäß nicht ohne Einfluß 
auf die Frequenz in der neu errichteten Änstalt bleiben. In dem— 
selben Maße, wie sich die Menschen unwürdigen, meist in dunkeln 
Kellern belegenen, von Schmutz starrenden, alle Krankheitskeime in sich 
bergenden Pennen entleerten, nahm der Verkehr im städtischen Obdach 
zu. Es kann wohl behauptet werden, daß das städtische Obdach für 
nächtliche Obdachlose von ungemein segensreichem Einfluß auf den Ge— 
samtgesundheitszustand Berlius ist, einerseits durch die Möglichkeit, die 
bei Auftreten einer ansteckenden Krankheit in der Regel zuerst damit 
behafteten obdachlosen Personen sofort in die betreffenden Krankenan⸗ 
stalten zu schaffen, bevor sie den Ansteckungsstoff weiter getragen haben, 
anderseits aber durch die getroffenen Badeeinrichtungen und die Des— 
infektion der Kleidungsstücke, wodurch mancher Krankheitsstoff im Keime 
vernichtet wirbd.“
	        
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