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Bis zum Jahre 1910 V. Abschnitt. Die Arbeitsjahre bis zum Neubau. 1897 bis 1910

Full text: Geschichte der Johannes-Loge "Drei Lichter im Felde" / Schloifer, Eduard (Public Domain) Issue[1] Bis zum Jahre 1910 (Public Domain)

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praktisch oder wünschenswert herausgestellt hatten, von der Baukommission 
eingehend beraten und mit Einverständnis des Br Born beschlossen wurden. 
Die gesamte Einrichtung des Weinkellers wurde gänzlich der Entschließung 
der Weinkommission überlassen: der für denselben verfüagbare Raum 
betrug früher 191 qm, jetzt 451 qm. 
Auch die Ausführungsweise der Zentralheizung wurde im Einvernehmen mit 
der Weinkommission an Hand eines eingehenden Erläuterungsberichtes 
unsers Brs Kori, der sich in anerkennenswerter Weise bereit erklärt hatte, die 
Anlage zu seinen Selbstkosten auszuführen, beraten und beschlossen. Die 
Wohnung des Hauswarts war von der Zentralheizungsanlage ausgeschlossen 
Es wurde zunächst davon abgesehen, auch den Lehrlingstempel mit in die Zentral— 
heizung einzubeziehen, im Laufe der Zeit erschien es aber doch als wünschens— 
wvert, und der gel. Br Kori übernahm diese Erweiterung gänzlich auf seine 
dosten. Mit der Heizungsanlage wurde zualeich auch die Be- und Entlüftungs— 
anlage verbunden. 
Die Fertigstellung des Umbaus war zum Anfang Oktober in Aussicht gestellt, 
indes stellten sich unvorhergesehene Schwierigkeiten beim Abbruch des alten 
Gebäudes und bei der Ausschachtung aus dem ungewöhnlich festen Lehmboden 
heraus. Außerdem hatte die außerordentlich nasse Sommerwitterung die un— 
qJünstigste Einwirkung. 
Vielleicht war auch dieser ein Bauunfall zuzuschreiben, indem am 2. Juli 
1910 die bereits fertiggestellte massive freitragende Decke des Speisesaals ein— 
ttürzte, das darunter hergestellte Gerüst zerschmetterte und einen Teil des Fuß 
»odens, den man zu erhalten gehofft hatte, zerstörte 
Noch am 29. Juni 1910 hatte eine Richtfeier stattgefunden, bei welcher in 
Anwesenheit einer Anzahl Brüder der Zimmerpolier den Richtspruch hielt und der 
Mstr v. St. SE. Br Schirdewahn antwortete. Bei dieser Gelegenheit 
wvaren die Brüder auch auf dieser Saaldecke umhergegangen; dann traten in den 
nächsten Tagen schwere Gewitterregen auf, wodurch doch wohl eine zu große 
Belastung herbeigeführt wurde. Der eigentliche Grund des Einsturzes konnte 
riicht mit Sicherheit aufgeklärt werden. 
Einige Arbeiter wurden bei diesem Unfall verletzt, aber haben keine dauernde 
Schädigung erlitten. 
Jeglichen Schaden hatte die ausführende Firma zu tragen, die Loge aber den 
Zeitverlust, der durch die Aufräumung der zusammengestürzten Decke, Wieder— 
yerstellung des Baugerüstes und Neuanfertigung der Decke verursacht wurde. 
Auch sonstige mannigfache Anderungen gegenüber der Baubeschreibung, die teils 
auf Wunsch der Baukommission, teils auf Wunsch der Wein— 
koöommission angeordnet wurden, z. B. Tieferlegung des alten Keller— 
fiußbodens auf die Höhe des neuen Teiles des Weinktellers, verzögerten die 
Fertigstellung des Rohbaues so sehr, daß die Rohbauabnahme des Neubaus 
durch die Baupolizei erst am 6. August 1910 und die vorgeschriebene Belastungs— 
orobe der wiederhergestellten Saaldecke erst am 19. August 1910 erfolgen konnte. 
Damit war die Fertigstellung zu Anfang Oktober ausgeschlossen.
	        
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