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II. Die Bibliotheken des Königs

Full text: Friedrich der Grosse und seine Bücher / Krieger, Bogdan (Public Domain)

II. Die Bibliotheken des Rönigs 
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Vi kommen jetzt zu den Bibliotheken des Königs. Wenn wir von der verschiedentlich, auch von Dantal erwähnten 
Feldbibliothek absehen, deren Bestand natürlich kein fester war, sondern nach Bedarf wechselte, hat Friedrich der Große 
im ganzen acht Büchereien besessen. Erstens die schon besprochene Jugendbibliothek, dann die Bibliothek in Rheinsberg, 
ferner die drei Hauptbibliotheken im Stadtschloß zu Potsdam, in Sanssouci und im Neuen Palais, eine Bibliothek 
im Schloß zu Breslau, eine im Berliner Schloß und eine in Charlottenburg. 
Die Rheinsberger Bibliothek entstand während der Jahre 1756 — 1740. Sie muß doch beträchtlicher an Umfang 
zewesen sein, als man nach dem eigentlichen Bibliotheksraum, in dem sie aufgestellt war, schließen sollte. Denn zu ihrem 
Transport im Jahre 1747 waren, wie die vom Rheinsberger Cischlermeister aufgestellte Rechnung ergibt, 37 Kisten 
notwendig!. Das erklärt sich zum Teil daraus, daß Friedrich bei seinem Agenten Thieriot in Paris die Mémoires de 
'Académie des Belles- Lettres und die Histoire de l'Académie Royale des Sciences sowie den Recueil des pièces qui 
ont remporté le prix de l'Académie Royale des Sciences bestellt hatte?. Wie der Bestand in Sanssouci ergibt, hat 
ihm Thieriot auch die Mémoires de l'Académie des Sciences und die Histoire de l'Académie des Inscriptions et 
des Belles Lettres (V 337 -344) geschickt. Diese Werke umfassen allein 76 Bände in 40 und 80. Auch in weiterem 
Umfange noch ließe sich der Bestand der Rheinsberger Bibliothek durch die in den Jahren 1737 1740 bei Thieriot 
hestellten und von diesem geschickten Bücher wieder herstellen. Wir finden zwar nicht alle, aber doch den größten Teil 
der ihm zur Anschaffung aufgetragenen Werke in der Bibliothek von Sanssouci wieder. So die Dichtungen von 
Gresset in einer Ausgabe von Blois 1754 (V 388), Bernards L'art d'aimer et poésies diverses o. O. und J. (VV 633), 
Anmerkung. Ueber dem Titel: Pignette in Euvres du Philosophhe de Sans Souci (1750), Bd. III, S. 213. LNloge de sordan. 
Radierung von G. F. Schmidt. 
1Vgl. die Schatullrechuung im Kgl. Hausarchiv. Rep. XLVII, G 9 und 9a, September 1748, Nr. 33. — ? Vgl. die Briefe 
Friedrichs an Thieriot vom 16. und 17. November 1738 in „Briefe Friedrichs des Großen an Chieriot“, herausgegeben von Emil Jacobs. 
Mitteilungen aus der Kal. Bibliothek, herausgegeben von der Generalverwaltung. Berlin 1912
	        
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