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Aus der Geschichte des Verlages

Full text: Geschichte und Werke der Langenscheidtschen Verlagsbuchhandlung Professor G. Langenscheidt GmbH Berlin-Schöneberg (Public Domain)

Aus der Geschichte des Verlages 
U» die Mitte des vergangenen Jahrhunderts lebte in Berlin ein 
junger Literat, der sich angelegentlich mit dem Studium fremder 
Sprachen beschäftigte und mit den Hilfsmitteln, die zu seiner Zeit 
zu diesem Zweck vorhanden waren. Auf ausgedehnten Fußreisen 
durch Frankreich und England hatte er erfahren können, welchen 
geringen Wert die damaligen Lehrbücher für die praktische Erlernung 
der Sprachen besaßen. Diese Erkenntnis ließ in ihm den Gedanken 
reifen, eine neue Methode zur Erlernung fremder Sprachen, zunächst 
der französischen, zu schaffen. 
Dieser junge Literat war Johann Ludwig Gustav Lan- 
genscheidt, der am 21. Oktober 1832 zu Berlin als Sproß eines 
daselbst seit dem 17. Jahrhundert ansässigen Bürgergeschlechts 
geboren war. 
Die weitere Erkenntnis, daß zum Aufbau eines wirklich zweck- 
entsprechenden Lehrganges die Mitarbeit eines geborenen Franzosen 
nicht zu entbehren sei, veranlaßte Langenscheidt, den in Berlin 
tätigen Sprachlehrer Charles Toussaint zur Ausführung seiner 
Idee heranzuziehen. 
So entstand die Sprachlehrmethode Toussaint-Langen- 
scheidt für den Selbstunterricht. Da es Langenscheidt nicht gelang, 
einen Verleger für sein Lehrwerk zu finden — ein in der damaligen 
Zeit sehr bekannter Verlag gab ihm sein Manuskript zurück mit der 
lakonischen Bemerkung „Das ist die Antwort“ —, war er gezwungen, 
es im Jahre 1856 im Selbstverlage herauszubringen. Und am 1. Ok- 
tober 1931 kann der damals gegründete Verlag auf sein 75jähriges 
Bestehen zurückblicken. 
Der Sprachunterricht um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts 
war eine Aufgabe, die in erster Linie vom formal-wissenschaftlichen 
Standpunkt aus gelöst wurde. Die Grammatik galt als Grundlage
	        
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